Tarte Tatin mit Aubergine, Roter Zwiebel und Thymian

Endlich sind die Außentemperaturen ein bisschen erträglicher. Die Hitze der letzten Woche hat mir schon etwas zu schaffen gemacht und entsprechend blieb die Küche meistens kalt (leider hat sich das ja auch hier im Blog sehr stark bemerkbar gemacht, aber bei 36°C vergeht sogar mir die Lust aufs Kochen. Meistens haben wir dann die Abende im Biergarten verbracht. Aber – aum sind die Temperaturen ein bisschen moderater, schon kehrt die Lust aufs Kochen und Backen zurück.

Das heutige Rezept stammt aus dem herrlichen Buch Home Made. Sommer von Yvette van Boven, die mir mit ihrer herrliche unkomplizierten Herangehensweise richtig ans Herz gewachsen ist. Nach Home Made. Natürlich hausgemacht und Winter. Home Made ist nun „Home Made. Sommer“ ihr drittes Kochbuch. Da der Sommer nun doch größtenteils Einzug gehalten hat, werde ich in den nächsten Wochen sicher öfter Rezepte aus dem tollen Buch vorstellen und euch bestimmt auch eine Gesamtrezension präsentieren.

Auberginen Tarte TatinDie Tarte Tatin braucht etwas Zeit für die Vorbereitung – wie das halt bei Tartes üblicherweise der Fall ist. Wenn man sie als Hauptgericht serviert, passt ein schöner sommerlicher Salat ganz hervorragend dazu – ich hatte noch einen geräucherten Saibling da, den es dazu gab, den es aber eigentlich gar nicht gebraucht hätte. Wenn man die Auberginenscheiben im Ofen zubereitet, spart man sich einiges an Aufwand und auch der Ölverbrauch ist wesentlich geringer.

Zutaten für eine große Tarte von ca. 30 cm Durchmesser (6-12 Personen, je nach Hunger und Beilage):

für den Teig:

  • 300 g Mehl
  • 1 TL Salz
  • 130 g Butter
  • 1 Eigelb
  • 1 EL Thymian, getrocknet
  • etwas sehr kaltes Wasser

für die Füllung:

  • 2 Auberginen
  • Olivenöl
  • 4 rote Zwiebeln
  • 1-2 EL Agavendicksaft
  • 50 g Pinienkerne
  • 1 EL Salbei, fein gehackt
  • Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 175 g milder, cremiger Feta

Zubereitungszeit: ca. 2 Stunden
Backzeit: etwa 35 Minuten

Zubereitung:
Für den Mürbteig Mehl, Salz und Thymian mischen. In der Küchenmaschine nach und nach die Butter in kleinen Stückchen zugeben und das Eigelb mit einrühren. Genau so viel Wasser dazugeben, dass gerade ein Teig zusammenkommt, dann eine Kugel daraus formen. In Frischhaltefolie einwickeln, flachdrücken und im Kühlschrank eine Stunde ruhen lassen.

Auberginen Tarte Tatin IIBackofen auf 175°C (Umluft) vorheizen. Die Auberginen in Scheiben schneiden und zwei Backbleche mit Backpapier auslegen. Auberginenscheiben so verteilen, dass sie nicht aufeinander liegen. Die Schnittflächen mit Olivenöl bepinseln, dann salzen und pfeffern, wenden und mit der zweiten Seiten gleich verfahren. Für ca. 30 Minuten im Ofen backen, bis sie leicht gebräunt sind.

Währenddessen die Zwiebeln in halbe Ringe schneiden und sanft in Olivenöl anbraten, bis sie schön weich sind. Mit etwas Agavendicksaft leicht karamellisieren lassen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Pinienkerne in einer Pfanne ohne Fett anrösten.

In einer Tarteform die Pinienkerne verteilen, dann die Auberginenscheiben ringförmig überlappend einschichten. Die fein geschnittenen Salbeiblätter darüberstreuen, dann die Zwiebeln darauf verteilen.

Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche kreisrund ausrollen und auf die Zwiebeln legen. Evtl. überstehende Ränder in die Form drücken und einige kleine Schlitze in den Teig schlitzen, damit die Luft entweichen kann. Die Tarte Tatin bei 200°C (Ober- und Unterhitze) ca. 35 Min. backen. 5 Min ruhen lassen, auf einen großen Teller stürzen und mit dem zerkrümelten Feta bestreuen. Evtl. noch kurz im Ofen übergrillen, ansonsten gleich servieren.

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Quiche mit karamellisiertem Lauch und Kümmel

Eher ein Zufallsprodukt war diese leckere Lauchquiche – es war noch Lauch zu Hause und eine Quiche wollte ich schon länger mal machen. Was liegt also näher als eine Lauchquiche? Und wenn ich gewusst hätte, wie lecker das schmeckt, dann hätte ich das schon viel eher gemacht.

Ein wirklich schnelles Gericht ist die Quiche zwar nicht – der Teig lässt sich aber prima vorbereiten, hält sich im Kühlschrank problemlos ein paar Tage und kann auch eingefroren werden. Auf diese Weise ist man in der Zubereitung auch etwas schneller. Wer richtig viel Platz im Gefrierschrank hat, kann auch den blindgebackenen Teig in der Form einfrieren, dann geht die Zubereitung sogar ultrafix.

Lauchquiche

Zutaten für eine Quiche (Durchmesser 26 cm):

für den Mürbteig:

  • 200 g Mehl (Type 550)
  • 90 g Butter
  • 1 Ei
  • etwas eiskaltes Wasser
  • nochmal 1 Ei (eigentlich weniger) extra zum Bestreichen des blindgebackenen Teigs (man kann auch einfach ein kleines bisschen von dem oben aufgeführten Ei abzweigen)

für die Eiermilch:

  • 3 Eier
  • 300 ml Milch
  • 100 ml Sahne
  • Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

für die Füllung:

  • 2 Stangen Lauch
  • 1-2 EL Butter
  • 1 Lorbeerblatt
  • 1 TL bis 1 EL Kümmel (je nach Geschmack)
  • Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 1 EL brauner Zucker
  • 1 guter Schuss Noilly Prat

Lauchquiche IIIZubereitungszeit: ca. 30 Minuten (plus Kühl- und Wartezeit)
Backzeit: ca. 40 Minuten

Zubereitung:
1. Mürbteig:
Mehl in eine Schüssel sieben, die kalte Butter in kleinen Würfeln dazugeben, dann das verquirlte Ei. Mit den Fingerspitzen oder mit dem Handrührgerät / der Küchenmaschine verkneten, so dass die Butter leicht krümelig wird. Genau soviel Wasser dazugeben, dass der Teig zusammenkommt, aber nicht klebrig ist. Sehr kurz kneten, dann in Frischhaltefolie einwickeln und im Kühlschrank mind. 1 Stunde ruhen lassen. Dann den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche kreisförmig ausrollen und eine Quicheform damit auslegen. Mit einer Gabel den Boden mehrfach einstechen, dann die Form erneut für mind. 1/2 Stunde kühlstellen.

2. Eiermilch:
Eier aufschlagen und verquirlen, dann Sahne und Milch zugießen. Mit Salz und Pfeffer würzen (darauf achten, dass auch die Füllung noch Würzung mit sich bringt!).

3. Lauchfüllung:
Den Lauch in feine Ringe schneiden, dann waschen. Unbedingt sehr gut trockenschleudern. Butter in einer Pfanne zerlassen und die Lauchringe darin anbraten. Lorbeerblatt und Kümmel dazugeben, etwas salzen und mit braunem Zucker ein wenig karamellisieren lassen. Mit Noilly Prat ablöschen, dann weiter auf der Flamme lassen, bis die ganze Flüssigkeit verdampft ist und der Lauch ein wenig Farbe genommen hat. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und abkühlen lassen.

Nachdem der Teig ausreichend gekühlt wurde, den Ofen auf 160°C vorheizen. Ein Stück Backpapier auf den Teig legen und mit Backkugeln / Hülsenfrüchten befüllen, so dass der Teig beim Backen in Form bleibt. 30 Minuten blind backen, dann mit etwas verquirltem Ei bestreichen und nochmal ca. 3 Minuten backen. Dann die Lauchfüllung auf dem Boden verteilen und mit der Eiermilch aufgießen. Die Form vorsichtig (!) zurück in den Ofen schieben und für etwa 30 Minuten fertigbacken.

Auskühlen lassen oder noch warm genießen.

Lauchquiche II

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Buttermilk Pie

Noch so ein grandioses Geschmackserlebnis – ein Buttermilk Pie. Egal, wie schwer das Abendessen war oder wie wenig man glaubt, nun wirklich gar nichts mehr hineinzubekommen – so ein Buttermilk Pie geht immer. Versprochen.

Die Zubereitungsdauer mag ein wenig lang erscheinen, weil der Mürbteig natürlich immer wieder im Kühlschrank ruhen muss, in Wirklichkeit ist aber fast nichts zu tun. Nur immer mal wieder Warten. Der Mürbteig kann problemlos vorbereitet werden, auch der Pie an sich kann einwandfrei am Vortag gebacken werden und dann im Kühlschrank wohnen.

Am besten schmeckt der Buttermilk Pie gekühlt – und nach einem üppigen Abendessen wirkt er fast „leicht“ (wobei er es leider nicht ist…)

Zutaten für eine 9″ (22 cm) Backform (8-12 Stücke):

für den Mürbteig:

  • 150 g Mehl
  • 1 Prise Salz
  • 1 EL Zucker
  • 110 g kalte Butter
  • 2-3 EL eiskaltes Wasser

für die Buttermilchfüllung:

  • 3 Eier, Größe L
  • 3 EL Mehl
  • 225 g Zucker
  • 110 g Butter, geschmolzen und wieder lauwarm abgekühlt
  • 350 ml Buttermilch
  • 1 TL Vanilleextrakt
  • 1/2 TL Muskat, frisch gemahlen

Vorbereitungs- und Zubereitungszeit:
Mürbteig: 10 Minuten Vorbereitung, 2x 60 Minuten Kühlzeit
fertiger Pie: 15 Minuten Vorbereitung, 60 Minuten Backzeit, Kühlzeit

Zubereitung:
Mehl, Salz und Zucker in einer Schüssel vermischen. Die Butter in kleine Würfel schneiden (sie muss weiterhin sehr kalt sein, also ggf. nochmal zwischenkühlen) und mit den Fingern unter die Mehlmischung heben. Das Wasser esslöffelweise dazugeben und alles zu einem festen Teig verkneten. Dabei nicht zu lange kneten, die Butter kann ruhig noch als Stückchen im Teig erkennbar bleiben.

Den Teig zu einer Kugel formen, flachdrücken und in Frischhaltefolie einwickeln, dann im Kühlschrank mindestens eine Stunde ruhen lassen. Danach kurz bei Zimmertemperatur liegen lassen, dünn ausrollen und eine Pie- oder Tarteform damit auslegen. Teig gut in alle Ecken drücken, die Form mit Frischhaltefolie einwickeln und erneut im Kühlschrank für mindestens eine Stunde ruhen lassen.

Den Backofen auf 220°C vorheizen. Die Eier mit dem Mehl kurz aufschlagen, dann die restlichen Zutaten (bis auf die Muskatnuss) einrühren. Die Buttermilchmasse (sehr flüssig) in die gekühlte Teigform gießen, frisch geriebene Muskatnuss auf die Oberfläche streuen und im Ofen bei 220°C 15 Minuten backen. Dann die Hitze auf 160°C reduzieren, den Kuchen lose mit Alufolie abdecken und nochmal 35 bis 40 Minuten backen, bis die Füllung komplett gestockt ist (der Kuchen sollte keine Farbe annehmen).

Nach dem Backen gut auskühlen lassen und einige Stunden im Kühlschrank ziehen lassen.

 

 

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