Spaghetti AOP (aglio, olio e peperoncini)

Gute Dinge müssen ja nicht immer kompliziert sein. Oft ist es ja so, dass gerade die einfachen Gerichte große Begeisterung hervorrufen. Nun musste ich tatsächlich 36 Jahre alt werden, um das erste Mal selbst Spaghetti aglio e olio zuzubereiten. Schade, dass mich dieses supereinfache, schnelle Gericht nicht früher gereizt hat – dabei ist es so unglaublich gut!

 

„Schuld“ daran war ein fantastischer Urlaub in der Toskana – lange bevor die Touristenströme durch Florenz, Siena und Lucca ziehen. Im kleinen Agriturismo nördlich von Florenz waren wir die einzigen Gäste und die kleine Ferienwohnung war mit einer Küche ausgestattet. So konnten wir jeden Tag die kleinen Städte und Märkte erkunden und Abends dann die heimgebrachten Schätze zubereiten. Besser geht es einfach nicht. Frische Ravioli in Salbeibutter, Burrata mit Olivenöl und Tomaten und eben auch Spaghetti mit Knoblauch, viel Olivenöl und Peperoncini. Das war so gut, dass wir beschlossen haben, daraus eine Tradition zu machen – schließlich ist alles in wenigen Minuten zubereitet und eignet sich so hervorragend für den Feierabend (dann jedoch besser freitags, um den Geruchssinn der Kollegen nicht unnötig zu strapazieren).

Wenn so wenig Zutaten in ein Gericht kommen, ist die Qualität der Komponenten natürlich umso wichtiger. Die Toskana bietet eine reichhaltige Auswahl an hochwertigen und sehr würzigen Olivenölen, die sich hervorragend für Spaghetti AOP eignen. Aber auch bei uns gibt es gute Olivenöle, ich würde an eurer Stelle ein bisschen durchprobieren, bis ihr eins gefunden habt, dass euch zusagt.

 

Zutaten für 2 Personen:

  • 400 g Spaghetti
  • 3-4 Knoblauchzehen
  • ca. 50 ml Olivenöl
  • 2 getrocknete Peperoncini (kleine Chilis)
  • 2-3 Zweige Petersilie

Zubereitungszeit: ca. 10 Minuten

Zubereitung:
Spaghetti in kochendem Salzwasser al dente kochen.

Währenddessen die Knoblauchzehen und die Peperoncini zerdrücken und fein hacken. Das Olivenöl in einer kleinen Pfanne leicht erhitzen, dann Knoblauch und Peperoncini dazugeben und vorsichtig anschwitzen, aber nicht bräunen.

Wenn die Nudeln fertig sind, diese abgießen und das Knoblauchöl unterrühren. Die Petersilienblätter abzupfen und fein schneiden, dann ebenfalls unter die Spaghetti heben.

Sofort servieren, am Tisch ggf. noch mit Olivenöl und Salz verfeinern.

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Gründonnerstagstradition: Spinat, Nockerle und Spiegelei

Nockerle II

 

Traditionen sind etwas wunderbares, natürlich in wohldosierter Menge und Intensität. In meiner Familie gibt es nur noch eine Handvoll Traditionen, die auch heute noch aktuell sind und die ich selbst am Leben erhalte – eine davon ist das typische Gründonnerstagsessen, das es bei meinen Großeltern gab (die gleichen, die auch Spaghetti mit Tomatensoße kredenzt haben). Rahmspinat (kann zur Not auch mit Blubb sein), dazu Nockerle und Spiegelei.

Für diejenigen unter euch, denen Nockerle nicht geläufig sind: im Prinzip sind es Mehlklöße, in der Konsistenz ähnlich wie feste Spätzle. Das ist nun kein hochkompliziertes oder mords extravagantes Essen, aber oft sind es ja die einfachen Dinge, die uns nachhaltig begeistern. Die Nockerle werden immer in einer großen Menge zubereitet und können wunderbar am nächsten Tag in der Pfanne angebraten und mit Ketchup verspeist werden.

Nockerle I

 

Zutaten für 4 Personen:

für den Spinat:

  • 1 EL Butter
  • 600g TK-Blattspinat
  • 1 kleine Zwiebel, klein gewürfel
  • 1 Knoblauchzehe, fein gehackt
  • 1 Schuss Weißwein oder Noilly Prat
  • 1 kleiner Schuss Sahne
  • Muskat, frisch gerieben

für die Nockerle:

  • 4 Tassen Mehl
  • 4 Eier
  • 2 TL Salz
  • ca. 500 ml Milch

außerdem:

  • pro Person 1-2 Eier
  • etwas Butter
  • Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Zubereitungszeit: ca. 30 Minuten

Zubereitung:
Für den Spinat die Zwiebeln und Knoblauch in etwas Butter anschwitzen, mit Weißwein / Noilly Prat ablöschen und dann den Spinat dazugeben. Ca. 10 Minuten köcheln lassen, Muskatnuss dazugeben und mit Salz und frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer abschmecken, dann pürieren (nach Belieben). Zum Schluss mit einem Schuss Sahne verfeinern.

Für die Nockerle Mehl in eine Schüssel sieben und mit Salz mischen. Eier und Milch mit einem Holzlöffel unterrühren, dabei darauf achten, dass der Teig nicht zu flüssig wird – er muss sehr zäh vom Löffel abreißen. Reichlich Wasser in einem großen Topf aufkochen, großzügig salzen. Mit einem mittelgroßen Löffel Nocken abstechen und nacheinander ins kochende Wasser gleiten lassen (in Chargen arbeiten und nicht den ganzen Teig auf einmal verwenden!). Etwa 4-5 Minuten sieden lassen und dann mit einem Schaumlöffel herausheben – am besten in einer großen Schüssel zwischenlagern (man kann auch noch ein paar Butterflocken dazugeben), während die restlichen Nockerle zubereitet werden.

Die Eier in einer Pfanne mit etwas Butter braten und mit Salz und Pfeffer würzen, zum Schluss Spinat, Nockerle und Spiegelei gemeinsam auf einem Teller anrichten.

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Omas Spaghetti und Tomatensoße

Tomatensoße III

 

Im Mai 2015 hatte ich nach langer Zeit endlich wieder zum Bloggen gefunden. Ein paar Rezepte habe ich geschafft, dann kam dieser absolut geniale Sommer, diverse Umzüge, eine Masterarbeit und viel beruflicher und privater Kram. Wie das Leben eben so spielt – life is what happens while you are busy making other plans…

Nun versuche ich es erneut. Ich hoffe, ihr seid noch dabei?

Als Start könnte ich mir kein besseres Rezept als dieses vorstellen. Das ist ein sehr persönliches Gericht und es ist geschmacklich sicher nicht jedermanns Sache. Für mich ist es der Inbegriff von Seelenfutter. Diese Soße gibt es, wenn das Leben gerade besonders doof ist und ich ganz dringend einen Tröster für meine traurige Seele brauche. Oder wenn die lästige Erkältung nicht weggehen mag. Oder wenn alles gerade so besonders schön ist. Sie ist ein zuverlässiger Helfer in allen Lebenslagen. Das liegt daran, dass sie nach meiner Kindheit schmeckt und meiner lieben Oma und viele sehr schöne Erinnerungen ins Hier und Jetzt zurückholt.

Tomatensoße I

 

Nun muss ich natürlich zugeben, dass diese „Tomatensoße“ nur sehr entfernt etwas mit richtigen Tomaten zu tun hat. Sie kommt mit Ketchup und Tomatenmark aus, was allerdings den Vorteil hat, dass sie saisonal unabhängig zubereitet werden kann und die Zutaten nur in extremen Notfällen nicht im Hause sind. Außerdem ist sie relativ süß und die Nelken (die sind ein absolutes Muss!) geben ein so warm-weiches Aroma dazu, dass diese Tomatensoße einfach zum Reinlegen ist. Wenn ich mir bei meinen Großeltern etwas zum Essen wünschen durfte, dann war es immer dieses Gericht hier. Ich würde sagen, ich habe meinen Wunsch fast immer erfüllt bekommen. Natürlich kann man auch andere Nudeln dazu essen – Fusilli z.B. nehmen die Soße noch besser auf. Der Klassiker wurde aber immer mit Spaghetti serviert.

Nun lasst es euch schmecken! Auf eine gute Zeit und auf liebe Freunde, Familie und insbesondere Großeltern, die doch immer einen ganz besonderen Platz im Herzen innehaben.

Tomatensoße II

 

Zutaten für ca. 4 Personen und 500g Nudeln:

  • 1 EL Butter
  • 1 EL Mehl
  • ca. 500 ml kalte (!) Milch
  • 1 Zwiebel
  • 1 Tube Tomatenmark
  • 1/2 Flasche Tomatenketchup
  • etliche ganze Nelken (ca. 15 Stück)
  • etwas gemahlene Nelke
  • Salz
  • ggf. etwas Honig oder Agavendicksaft
  • 500 g Spaghetti

Zubereitungszeit: ca. 30 Minuten

Zubereitung:
Die Zwiebel schälen und vierteln, und zwei der Viertel mit einer Gabel sporadisch einstechen.Tomatensoße Mit den Nelken spicken. Aus Butter und Mehl eine Mehlschwitze herstellen, 2-3 Minuten anschwitzen lassen. Das Tomatenmark unter ständigem Rühren ca. eine Minute mit anschwitzen, dann den Ketchup und später die kalte Milch einrühren. Mit dem Schneebesen sehr kräftig rühren, so dass keine Klümpchen entstehen. Die Zwiebelviertel mit in die Soße geben und etwa 20 Minuten (oder nach Belieben auch viel länger, das macht der Soße überhaupt nichts aus) abgedeckt vor sich hinköcheln lassen, bis die Zwiebel schön weich ist.

Währenddessen die Spaghetti in reichlich Salzwasser garen. Die Soße mit Salz und gemahlener Nelke – ggf. noch etwas Honig – abschmecken, dann servieren. Wer möchte, kann die Zwiebeln inkl. Nelken aus der Soße nehmen, ich lasse sie aber am liebsten drin. In diesem Fall nur die ganzen Nelken aus den Zwiebeln pulen.

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Gurkensalat mit Dill (wie bei meiner Oma)

Dieser Gurkensalat ist mein absoluter Liebling. Und zwar nicht nur, weil er toll schmeckt, sondern vor allem deshalb, weil er Erinnerungen wachruft an meine wunderbaren Großeltern. Diesen Salat gab es eigentlich fast immer als Beilage (wenn es keinen Kopfsalat mit einem ebenfalls sehr leckeren Dressing, das ich aber seit ganz vielen Jahren nicht mehr zubereitete habe, gab) und zwar am allerbesten mit den selbst angebauten Gurken aus dem Garten.

Nicht wundern, er ist schon einigermaßen süß, das gehört aber so. Wer nicht so der Fan von süß angemachten Salaten ist, kann natürlich die Menge an Süßungsmitteln anpassen.

Wie nahezu alle Gerichte aus meiner Kindheit gehört auch dieses in die Kategorie „Comfort Food“ – geht euch das eigentlich auch so? Diesen Gurkensalat kann ich eigentlich immer essen und ich glaube fast, dass ich noch niemals eine andere Variante zubereitet habe. Mittlerweile hat sich sogar mein Umfeld daran gewöhnt, dass Gurkensalat bei uns eben genau „so“ schmeckt…

Zutaten für 4 -8 Portionen:

  • 2 Gurken
  • 1 Bund Dill
  • Apfelessig
  • Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • einige EL Zucker oder Agavendicksaft
  • 2 TL Sonnenblumenöl (optional)

Zubereitungszeit: 10 Minuten

Zubereitung:
Die Gurken in eine Schüssel raspeln, dann mit 1-2 TL Salz bestreuen. Einen kräftigen Schuss Apfelessig und Zucker dazugeben, alles umrühren und ein bisschen ziehen lassen. Dill fein schneiden und in den Salat geben. Mit Zucker und Essig so abschmecken, dass es „rund“ schmeckt, dann das Öl und noch ein wenig frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer dazugeben.

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One Pan Pasta

Ja – es gibt mich noch. Es ist nur warm. Meine Haut klebt. Und ich hatte die letzten Wochen daher ein bisschen einen Durchhänger, was Kochen und Bloggen angeht. Meistens gab es einfach nur einen Salat oder ein belegtes Brot oder wir waren sowieso außerhäusig essen. Jedenfalls habe ich einfach den Blog mal ein bisschen ruhen lassen – ich hoffe, ihr nehmt mir das nicht übel.

Heute aber, da habe ich ein Rezept ausprobiert, das mich beim Lesen zunächst skeptisch gestimmt hatte. Gefunden habe ich es im wunderschönen Blog Lottie + Doof.

Pasta IIDas Rezept ist so einfach und genial (und nicht nur das – das Ergebnis schmeckt auch noch fantastisch!), dass man sich unweigerlich fragen muss, warum man Pasta nicht schon die ganze Zeit so zubereitet hat. Einfach alle Zutaten zusammen in eine große Pfanne werfen, den Herd anschalten, immer mal wieder umrühren und dann servieren. Einfacher geht’s doch nicht, oder? Und das Ganze ist auch noch in ca. 15 Minuten fertig.

Die Zutaten sind eigentlich so gut wie immer im Haus – Pasta, Tomaten (am besten Cherrytomaten oder andere, aromatische Tomaten), Zwiebel, ein paar Gewürze, etwas Basilikum und Wasser – wenig später ist ein unglaublich leckeres Gericht fertig, das viele andere in den Schatten stellt. Dadurch, dass die Nudeln mit dem Rest mitgekocht werden, nehmen sie das ganze Aroma auf und alles schmeckt einfach unglaublich „rund“. Ihr merkt schon – ich gerate ins Schwärmen.

Pasta IIIAuf alle Fälle ist das hier ein perfektes Gericht, mit dem man Gäste überraschen kann („Was? Funktioniert das wirklich? In einer Pfanne?“) oder auch so, wenn man nicht lange in der Küche stehen will (weil es z.B. zu heiß ist…). Lasst es euch schmecken!
(und ich hoffe, euch nicht wieder drei Wochen warten zu lassen, bis ich hier das nächste Rezept vorstelle)

One Pan Pasta für 4 Personen
(leicht abgewandelt nach Lottie + Doof)

  • 500 g Linguine
  • 500 g Cherrytomaten, halbiert oder geviertelt
  • 1-2 Zwiebeln, in feine halbe Ringe geschnitten
  • 4 Knoblauchzehen, in feine Scheiben geschnitten (oder wie bei mir: 1,5 TL Knoblauchgranulat, weil gerade kein frischer Knoblauch im Haus war)
  • 1/2 TL Chiliflocken
  • 2 Zweige Basilikum (plus etwas mehr zum Garnieren)
  • 2-3 EL Olivenöl (plus etwas mehr zum Servieren)
  • 1 EL Salz
  • 1/4 TL frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 1100 ml Wasser, kalt
  • Parmesan oder Pecorino zum Servieren

Zubereitungszeit: ca. 15 Minuten

Zubereitung:
Alle Zutaten in eine große Pfanne geben und auf großer Hitze zum Kochen bringen. Mit einer Zange immer wieder umrühren, so dass die Nudeln nicht zusammenkleben. So lange kochen, bis die Nudeln al dente sind und das Wasser fast vollständig verdampft ist. Mit Salz und Pfeffer abschmecken, etwas Olivenöl darüberträufeln, mit Basilikum garnieren und mit einem großen Stück Parmesan oder Pecorino servieren.

Pasta IV

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Frühstückshirse mit Butter und Ei

Vor langer Zeit ist bei mir die Tradition der Frühstückshirse eingezogen. Das Ganze finde ich so lecker, dass ich seitdem nur ganz selten etwas anderes esse (selbstgemachtes Müsli zum Beispiel). Ein warmes Hirsegericht am Morgen ist so etwas wohliges, schönes, das Energie für den ganzen Tag gibt, gut schmeckt und auf angenehme Weise satt hält.

The EggsEine ganze Zeit lang habe ich mich mal mit der Fünf-Elemente-Ernährung beschäftigt und ich finde daran großen Gefallen. Darüber könnte ich jetzt seitenweise schreiben, aber ich möchte hier nicht zu sehr ins Detail gehen. Aber hin und wieder werde ich wohl das eine oder andere Rezept hier vorstellen.

Da ich unter der Woche morgens wenig Zeit habe, koche ich meistens am Sonntag Abend einen Topf Hirse, der mir die ganze Woche reicht. Dann brate ich immer in der Früh eine Portion Hirse in einem Esslöffel Butter an und habe schon ein unglaublich tolles Frühstück, das mich den ganzen Tag mit Energie versorgt, ohne schwer im Magen zu liegen.

HirseZutaten für pro Personen:

  • 50 g Hirse
  • 1/2 TL Salz
  • 1 EL Butter
  • 1 Ei

Zubereitungszeit: ca. 20 Minuten

Zubereitung:
Die Hirse in einem Sieb durchspülen und in einem Topf mit 500 ml Wasser und 1 EL Salz aufkochen. Bei geringer Hitze leicht köcheln lassen, bis die Hirse weich ist (ca. 20 Minuten), dann die Butter mit dazugeben und schmelzen lassen.

Parallel dazu vier Eier weichkochen und je ein Ei mit etwas gekochter Hirse in einer Schale servieren.

Hirse I

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Köttbullar med Potatis och Lingonchutney (Fleischbällchen mit Kartoffeln und Preiselbeerchutney)

Heute beginnt die „schwedische Woche“. Die Idee hierzu entstand vor längerer Zeit im Hüttenhilfe-Forum und findet anlässlich der royalen schwedischen Hochzeit am kommenden Wochenende statt. Ich gebe es zu – 2010 war ich ganz verzaubert, als Victoria von Schweden ihren Daniel geheiratet hat und ich hoffe auf eine ähnlich schöne Hochzeit bei ihrer Schwester Madeleine.

Nun ja, das ist jedenfalls der Anlass für die Flut an schwedischen Rezepten, die sich in den nächsten Tagen hier im Blog breitmachen werden. Geplant ist, bis Samstag (da findet die Trauung statt) jeden Tag ein typisch schwedisches Rezept vorzustellen – ich bin gespannt, ob die Frequenz tatsächlich durchhalten kann

Den Anfang macht heute der Traum eines jeden Ikeabesuchers – die typischen Fleischbällchen mit Kartoffeln und Preiselbeeren. Anregungen für das untenstehende Rezept habe ich mir hier und hier geholt. Und – was soll ich sagen – es schmeckt sooo lecker! Schon so ähnlich wie bei Ikea, nur viel besser. Die Fleischbällchen haben eine tolle Konsistenz, sind ganz locker und zart und zergehen quasi auf der Zunge. Statt der Preiselbeermarmelade, die es üblicherweise zu diesem Gericht gibt, gab es bei uns Preiselbeerchutney, das ich vor einiger Zeit hier im Blog vorgestellt habe.

KöttbullarZutaten für 4 Personen als Hauptgericht:

für die Köttbullar:

  • 500 g Rinderhack
  • 1 Ei
  • 1 1/2 TL Salz
  • 75 g Semmelbrösel
  • 250 ml Milch
  • 1/2 TL Piment, gemahlen
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 1 Zwiebel

für die Kartoffeln:

  • ca. 400 g kleine Kartoffeln
  • 1 EL Butter
  • 1 Zweig Petersilie

für die Sauce:

  • 100 g Butter
  • 2 EL Mehl
  • 50 ml Sahne
  • 250 ml Rinderfond
  • 1-2 EL rotes Gelée (z.B. Johannisbeere oder Preiselbeere)
  • 1/2 TL Piment
  • Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

zusätzlich: Preiselbeerchutney oder Preiselbeermarmelade

Zubereitungszeit: ca. 60 Minuten

Zubereitung:
Die Zwiebel in möglichst feine Würfel schneiden und in etwas Butter glasig dünsten. Beiseite stellen und abkühlen lassen.

In einer Schüssel Semmelbrösel mit Salz, gemahlenem Pfeffer und Piment mischen, dann die Milch einrühren. Diese Mischung zusammen mit den Zwiebeln zum Hackfleisch in eine Rührschüssel geben und (vorzugsweise mit einer Küchenmaschine) einige Minuten durchrühren, so dass alle Zutaten miteinander eine Bindung eingehen.

Den Backofen auf 200°C vorheizen. Aus der Fleischmasse Bällchen formen und auf einem flachen Teller bereitstellen. Ca. 2 EL Butterin einer Pfanne zerlassen und richtig heiß werden lassen. Dann die Fleischbällchen ringsherum ganz kurz anbraten, sie sollen aber noch nicht durchgaren! In eine Auflaufform geben und im Ofen nochmal ca. 20 Minuten fertig garen.

Währenddessen die Kartoffeln schälen und in Salzwasser garen. Wenn sie fertig sind, die Petersilie fein schneiden und die Kartoffeln mit etwas Butter und der Petersilie anschwenken.

Parallel kann man in der Pfanne die Sauce zubereiten: nochmal etwas Butter zum Bratensatz geben und das Mehl einrühren und anbraten. Mit kalter Sahne und Rinderfond aufgießen und köcheln lassen, bis die Sauce eindickt. Gelée und Piment dazugeben und mit Salz und Pfeffer würzen. Alles gemeinsam auf einem Teller anrichten.

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Eintopf aus grünem und weißem Spargel mit Huhn und Kartoffeln

Bei den aktuellen Außentemperaturen kann man schonmal ein Eintopfgericht servieren, dachte ich mir. Nachdem ich zur Zeit wirklich kiloweise Spargel im Kühlschrank habe, braucht es ein paar verschiedene Ideen – ich esse zwar sehr, sehr gerne Spargelsalat, aber mehrmals pro Woche ist das auch nicht so spannend.

Von der letzten Hühnerfond-Einkochaktion hatte ich noch ein bisschen Hühnerfleisch im Gefrierschrank, das habe ich für den Eintopf mitverwendet. Im Prinzip erhält man dadurch eine Art Frikassee, man kann aber das Fleisch auch weglassen und den Hühnerfond durch Spargel- oder Gemüsefond ersetzen.

SpargeleintopfZutaten für 4-6 Personen als Hauptgericht:

  • 500 g weißer Spargel
  • 500 g grüner Spargel
  • 1 EL Salz
  • 1,5 EL Zucker
  • 500 g Kartoffeln, festkochend
  • 700 ml Hühner- oder Spargelfond
  • 2 EL Butter
  • 3 EL Mehl
  • gekochtes Hühnerfleisch oder zwei Hühnerbrüste
  • Stärke zum Abbinden
  • ein Schuss Sahne
  • Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Zubereitungszeit: ca. 45 Minuten

Zubereitung:
Den weißen Spargel schälen und kurz abwaschen. Beide Spargelsorten von ihren holzigen Enden befreien und in ca. 1,5 lange Stücke schneiden, die Spitzen dabei stehen lassen.

In einem großen Topf reichlich Wasser mit 1 EL Salz und dem Zucker zum Kochen bringen. Die Spargelstücke und -spitzen darin knapp unter dem Siedepunkt ca. 10 Minuten ziehen lassen, so dass die Stücke noch schön bissfest sind. Die Spargelspitzen 3 Minuten nach den übrigen Stücken in den Sud geben.

Den Fond abgießen (und aufheben! Er lässt sich hervorragend weiterverwenden) und die Spargelstücke beiseite stellen.

In einem großen Topf die Butter zerlassen und mit dem Mehl eine Mehlschwitze herstellen. Mit dem Hühnerfond aufgießen und ca. 300 ml von dem Kochwasser der Spargelstücke dazugeben. Aufkochen lassen. Währenddessen die Kartoffeln schälen und in gleich große Würfel schneiden. Die Kartoffeln in die Flüssigkeit geben und etwa 15-20 Minuten gar kochen. Die Spargelstücke und das gekochte Hühnerfleisch dazugeben (wer kein gekochtes Hühnerfleisch hat, die Hühnerbrüste würfeln und ca. 5 Minuten vor Ende der Garzeit in den Eintopf geben), mit Salz und Pfeffer abschmecken und ggf. mit Speisestärke abbinden. Zum Schluss noch einen Schuss Sahne unterrühren.

Spargeleintopf II

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Karamellisiertes Apfelmus mit Vanillekipferlzucker

Meine Oma hat früher die weltbesten Vanillekipferln gebacken – glücklicherweise ist das eins der wenigen Rezepte von ihr, die in meinem Besitz sind. Da ich aber (mal abgesehen von meiner Stollenorgie) in dieser Weihnachtssaison nicht so gerne Plätzchenrezepte bloggen wollte (mir war einfach nicht so danach), werdet ihr euch bis Ende des Jahres gedulden müssen. Aber ich verspreche – dann erfahrt ihr auch, wie man die weltbesten Vanillekipferln bäckt!

Was aber wohl bei den meisten Vanillekipferlrezepten gleich ist: die heißen Kipferln werden gleich nach dem Backen in einer Mischung aus sehr feinem Zucker und Vanillezucker gewälzt. Und davon bleibt (zumindest bei mir) immer einiges übrig, durchsetzt ist er immer von leckeren Kipferlkrümeln. In einer luftdichten Dose wird er aufgehoben, bis er eine geeignete Verwendung findet.

Ein paar Äpfel lagen seit längerer Zeit herum und schrumpelten vor sich hin, aber in Kombination mit dem Vanillekipferlzucker sind sie eine wahre Sensation.

Apfelmus

Zutaten für ca. 700 ml Apfelmus:

  • 6-8 überreife Äpfel, auch gerne mit schrumpliger Haut
  • Saft von 1/2 Zitrone, ggf. mehr
  • 50 g Zucker
  • 50 g Vanillekipferlzucker, alternativ: nochmal 50 g normaler Zucker, gemischt mit einem Päckchen Vanillezucker
  • eine Prise Salz

Zubereitungszeit: ca. 30 Minuten

Zubereitung:
Die Äpfel schälen, vierteln, vom Kerngehäuse befreien und grob kleinschneiden. In einen Topf den Zucker karamellisieren lassen, dann die Apfelstücke hinzugeben. Den Zitronensaft, eine winzige Prise Salz und etwas Wasser hinzugeben, dann etwa 20 Minuten köcheln lassen. Wenn die Äpfel zerfallen sind, den Vanillekipferlzucker dazugeben, mit Zitronensaft abschmecken und das Apfelmus abkühlen lassen.

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Power Cubes – Energiewürfel für frischgebackene Eltern, Prüfungsstress und andere Ausnahmesituationen des Lebens – oder auch einfach „nur so“

Power Cubes IIÜber dieses Rezept bin ich gestolpert, als Freunde von uns gerade Eltern geworden sind – die Zutaten sahen vielversprechend aus für eine ausreichende Energiezufuhr bei wenig Schlaf und kaum Zeit, um Essen zu kochen. Aber nicht nur für frischgebackene Eltern sind diese Powerwürfel genau das Richtige – auch bei Prüfungsvorbereitungen sind sie hilfreich und wenn man sie in der Schreibtischschublade in der Arbeit hat, ist der Nachmittag gerettet. Und halbwegs gesund sind sie auch noch – was will man mehr?

Was wirklich nochmal einen ganz besonders schönen Geschmack gibt, ist die geriebene Orangenschale. Dadurch bekommen die Würfel ein tolles, frisches Aroma. Aber natürlich sind die meisten Zutaten austauschbar durch alle möglichen Dinge – getrocknete Aprikosen machen sich gut, getrocknete Apfelstückchen usw. Die Art der verwendeten Flocken ist austauschbar und auch der Anteil der Kerne lässt sich variieren.

Vergessen zu erwähnen hatte ich noch, dass die „Power Cubes“ so richtig lecker schmecken… Selbstverständlich ist die Würfelform nicht vorgeschrieben, man kann sie auch wunderbar in längliche Riegel schneiden. In einer Blechdose gut verpackt halten sie ca. 4-6 Wochen.

Power Cubes IZutaten für etwa 50-60 Würfel:

  • 200 g Butter
  • 180 g heller Sirup (z.B. Grafschafter Goldsaft)
  • 130 g Erdnussbutter
  • 1/4 TL gemahlene Vanille
  • 30 g Mehl
  • 30 g gemahlene Mandeln
  • 1 TL Lebkuchengewürz
  • 300 g zarte Haferflocken
  • 1 TL Orangenschalenabrieb
  • 200 g brauner Rohrzucker
  • 50 g Kokosraspel
  • 50 g geröstete Sesamsamen
  • 100 g Sonnenblumenkerne
  • 200 g gehackte oder durchgedrehte Datteln
  • 200 g Zartbitter-Kuvertüre (optional)

Zubereitungszeit: ca. 15 Minuten
Backzeit: ca. 25 Minuten

Zubereitung:
Butter und Sirup in einen Topf geben und zum Schmelzen bringen. Dann Erdnussbutter, Vanille, Orangenschalenabrieb und Lebkuchengewürz dazugeben und gut verrühren. Etwas abkühlen lassen.

Währenddessen die übrigen Zutaten in einer Rührschüssel mischen. Die erwärmte Buttermischung dazugießen und alles gut vermengen. Den Ofen auf 175°C vorheizen.

Die Masse auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech befördern, am besten in einen Backrahmen. Mit den Händen andrücken, so dass sich alles ein bisschen verdichtet. Dann bei 175°C ca. 25 Minuten backen. Herausnehmen, abkühlen lassen und in Würfel schneiden.

Wer mag, kann die Würfel dann noch in Kuvertüre tauchen, sie können verpackt werden, sobald die Schokolade fest geworden ist.

Power CubesQuelle: Geschenke aus meiner Küche – Annik Wecker

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