Nudelauflauf mit Kürbis, Tomaten und Ricotta

Penne mit Kürbis I

 

Christina von feines gemüse hatte vor längerer Zeit einen derart netten Beitrag über Jamie Oliver und seine Entwicklung in Richtung Superfoods geschrieben. Ich las den Artikel und musste ihr uneingeschränkt beipflichten – auch ich kann dem um sich greifenden Trend der Weizengraspülverchen und gequollenen Chiasamen wenig abgewinnen. Doch auch diese Phase kam, ist gerade aktuell und wird wieder vorübergehen. Bis uns die nächste Ernährungsreligion ereilt (ein weiterer interessanter Artikel ist in der Zeit unter dem Titel „Die Religion des Essens“ erschienen).

Jamie Oliver – wie Christina schreibt, den „alten“ Jamie – schätze ich trotzdem nach wie vor sehr. Die allermeisten Kochbücher von Jamie kann ich uneingeschränkt empfehlen und auch für sein soziales Engagement (Jamie’s School Dinners, Restaurant „fifteen“) bewundere ich ihn sehr.

Deshalb gibt es heute ein tolles Rezept von seiner Webseite – Squash and Ricotta Pasta Bake, das uns an einem trüben Herbsttag wie heute problemlos eine behagliche Wärme ins Haus zaubert. Das Original verwendet „normale“ Nudeln und keine Chiliflocken, ich habe jedoch Vollkornnudeln verwendet, weil ich die ganz gerne esse und sie in diesem aromatischen Gericht auf keinen Fall stören. Die Chipotle Chilis geben der cremigen Sauce einen rauchig-würzigen Geschmack, der sich hervorragend in die Aromen einfügt, wer es aber nicht scharf mag, lässt die Chilis einfach weg oder verwendet weniger davon.

Penne mit Kürbis II

Zutaten für 4 hungrige Esser:

  • 1 kg Butternutkürbis, geschält, entkernt und in Würfel geschnitten, alternativ Süßkartoffeln
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 1 Dose (400g) stückige Tomaten
  • 1 Dose (400g) Cocktailtomaten oder eine weitere Dose stückige Tomaten
  • 1 TL Chiliflocken (ich habe Chipotle Chilis verwendet)
  • 1 Bund Basilikum
  • 500g Vollkornpenne
  • 100 g Ricotta und etwas zusätzlich zum überbacken
  • 400 ml Gemüsebrühe
  • 150 g Mozzarella
  • 2 Zweige Salbei
  • Olivenöl
  • Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Zubereitungszeit: ca. 60 Minuten

Zubereitung:
Den Backofen auf 200°C vorheizen. Die Kürbiswürfel auf einem Backblech ausbreiten, mit einem Schluck Olivenöl mischen und mit Salz und Pfeffer würzen. Im Ofen für ca. 30 Minuten rösten lassen.

Den Knoblauch fein hacken, den Basilikum waschen, die Blätter abzupfen und für später aufheben. Die Basilikumstängel fein hacken und zusammen mit dem Knoblauch und etwas Olivenöl in einer großen (!) Pfanne bei mittlerer Hitze anbraten. Nach etwa 3-4 Minuten die Tomaten zugeben und aufkochen lassen. Die Chiliflocken dazugeben und weiterköcheln lassen, bis die Kürbiswürfel fertig sind.

Währenddessen die Pasta kochen und etwas zwei Minuten vor Ende der Garzeit abgießen, so dass sie noch sehr bissfest ist. Die Kürbiswürfel zu den Tomaten geben, die Gemüsebrühe, Basilikum und den Ricotta einrühren und alles erneut aufkochen lassen. Nach ca. 5 Minuten die Pasta zugeben, mit Salz und Pfeffer abschmecken und alles in eine ofenfeste Auflaufform geben. Mozzarella, Ricotta, sowie die Salbeiblätter (diese noch etwas mit Olivenöl einreiben) über den Auflauf geben und im Ofen ca. 15-20 Minuten überbacken.

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Spaghetti AOP (aglio, olio e peperoncini)

Gute Dinge müssen ja nicht immer kompliziert sein. Oft ist es ja so, dass gerade die einfachen Gerichte große Begeisterung hervorrufen. Nun musste ich tatsächlich 36 Jahre alt werden, um das erste Mal selbst Spaghetti aglio e olio zuzubereiten. Schade, dass mich dieses supereinfache, schnelle Gericht nicht früher gereizt hat – dabei ist es so unglaublich gut!

 

„Schuld“ daran war ein fantastischer Urlaub in der Toskana – lange bevor die Touristenströme durch Florenz, Siena und Lucca ziehen. Im kleinen Agriturismo nördlich von Florenz waren wir die einzigen Gäste und die kleine Ferienwohnung war mit einer Küche ausgestattet. So konnten wir jeden Tag die kleinen Städte und Märkte erkunden und Abends dann die heimgebrachten Schätze zubereiten. Besser geht es einfach nicht. Frische Ravioli in Salbeibutter, Burrata mit Olivenöl und Tomaten und eben auch Spaghetti mit Knoblauch, viel Olivenöl und Peperoncini. Das war so gut, dass wir beschlossen haben, daraus eine Tradition zu machen – schließlich ist alles in wenigen Minuten zubereitet und eignet sich so hervorragend für den Feierabend (dann jedoch besser freitags, um den Geruchssinn der Kollegen nicht unnötig zu strapazieren).

Wenn so wenig Zutaten in ein Gericht kommen, ist die Qualität der Komponenten natürlich umso wichtiger. Die Toskana bietet eine reichhaltige Auswahl an hochwertigen und sehr würzigen Olivenölen, die sich hervorragend für Spaghetti AOP eignen. Aber auch bei uns gibt es gute Olivenöle, ich würde an eurer Stelle ein bisschen durchprobieren, bis ihr eins gefunden habt, dass euch zusagt.

 

Zutaten für 2 Personen:

  • 400 g Spaghetti
  • 3-4 Knoblauchzehen
  • ca. 50 ml Olivenöl
  • 2 getrocknete Peperoncini (kleine Chilis)
  • 2-3 Zweige Petersilie

Zubereitungszeit: ca. 10 Minuten

Zubereitung:
Spaghetti in kochendem Salzwasser al dente kochen.

Währenddessen die Knoblauchzehen und die Peperoncini zerdrücken und fein hacken. Das Olivenöl in einer kleinen Pfanne leicht erhitzen, dann Knoblauch und Peperoncini dazugeben und vorsichtig anschwitzen, aber nicht bräunen.

Wenn die Nudeln fertig sind, diese abgießen und das Knoblauchöl unterrühren. Die Petersilienblätter abzupfen und fein schneiden, dann ebenfalls unter die Spaghetti heben.

Sofort servieren, am Tisch ggf. noch mit Olivenöl und Salz verfeinern.

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Kartoffeln mit Koriander, Kreuzkümmel, Zitrone und Kurkuma

Zur Zeit ist es mir nicht nach fotografieren. Also nicht so richtig. Manchmal genieße ich es sehr, ein Gericht zu kochen, so richtig in Szene zu setzen, mit Farben zu spielen und hinterher das Ergebnis zu bewundern. Momentan ist es ein bisschen anders – meine Küche ist gerade sehr experimentell, alles geht recht schnell und ich habe wenig Muße, zu drapieren, zu wischen, zu kombinieren, schön anzurichten. Und ich habe festgestellt, dass deshalb die Bloggerei unter meiner Foto-Unlust leidet. Schade eigentlich.

Da es ja mein Blog ist und ich mich hier nach Belieben austoben darf (und bloggen möchte ich ja!), habe ich mir vorerst eine kleine Drapier-, Wisch- und Kombinier-Auszeit genommen. Es wird in Zukunft eher „schnelle“ Fotos geben, die kurz vor dem Essen entstehen und vielleicht weniger professionell, aber hoffentlich trotzdem ein bisschen ansprechend aussehen. So kann ich euch trotzdem mit neuen Rezepten versorgen und ich hoffe, ihr verzeiht mir die Fotos.

Hiermit präsentiere ich also diese fantastische Grillbeilage: scharf, säuerlich und würzig-aromatisch. Gut für laue Sommernächte. Bei uns gab es dazu Lamm und Cevapcici und ein bisschen Dip.

Kartoffeln mit Koriander

 

Fast vergessen: das Rezept stammt aus dem (herrlichen!) Kochbuch Olives, Lemons & Za’atar: The Best Middle Eastern Home Cooking* von Rawia Bishara, das auch auf deutsch unter dem Titel „Hummus, Bulgur & Za’atar“ erschienen ist (aber scheinbar nicht mehr lieferbar ist).

Zutaten für 4 Personen als Beilage:

  • 700 g kleine Kartoffeln, die mit Schale gegessen werden können
  • Olivenöl
  • 1 EL Butter (optional)
  • 2-3 Knoblauchzehen, fein gehackt
  • 2 TL Koriandersaat
  • 2 TL Kreuzkümmelsamen
  • 2 TL Kurkuma, gemahlen
  • 1/2 TL getrocknete Chiliflocken
  • Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • Saft einer Zitrone
  • 1 Bund frischer Koriander, bis auf ein paar Blättchen zum Garnieren fein gehackt
  • optional: Limettenschnitze

Zubereitungszeit: ca. 20 Minuten

Zubereitung:
Kartoffeln gut waschen und 10 Minuten köcheln lassen. Abgießen und abschrecken, dann in mundgerechte Stücke schneiden.

Olivenöl und Butter in einer Pfanne erhitzen, die Gewürze und den Knoblauch ca. 2 Minuten darin anbraten und dann die Kartoffeln dazugeben. Ca. 3 Minuten weiterbraten, mit Salz und Pfeffer würzen und den Zitronensaft unterrühren. Weiterbraten, bis die Flüssigkeit verdampft ist, vom Herd nehmen und den gehackten Koriander unterrühren.

Heiß mit dem frischen Koriander und den Limettenschnitzen servieren.

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Geröstete Karotten mit Kreuzkümmel, Honig-Zitronen Dressing und Ziegenkäse

Ich weiß, ich weiß…
Es ist schon wieder ein Monat her seit dem letzten Blogeintrag. Es hat sich einiges (nicht blogrelevantes) getan – eine tolle Reise nach Barcelona zum Beispiel, ein wunderschönes Wochenende mit fantastischem Adele-Konzert in Köln (dort gab es dann auch ein sehr nettes Treffen mit Maja von moey’s kitchen und super Essen – Burger in der Fetten Kuh, Dessertpizza im 485° und die wundervollste Pizza, die ich seit langem hatte im Scugnizzo).

Langsam kehrt also wieder Ruhe ein und das passt ganz hervorragend, weil nämlich die Grillsaison beginnt. Letztes Wochenende gab es tolle Lammkeulenkoteletts mit diesen unglaublichen gerösteten Karotten. Das Rezept stammt aus dem sehr inspirierenden Kochbuch Persiana: Recipes vom the Middle East & Beyond von Sabrina Ghayour*, das Mitte letzten Jahres auch auf Deutsch erschienen ist (ich habe damals gleich bei der englischen Ausgabe zugeschlagen). Sabrina Ghayour hat mittlerweile ein neues Kochbuch herausgebracht – Sirocco (Fabulous Flavours from the East)*, derzeit nur auf Englisch erhältlich.

geröstete Karotten 1

 

Also: es gab also Karotten. Das Rezept sieht vor, dass man vor dem Anrichten weichen Ziegenkäse über die gerösteten Karotten bröckelt, ich wollte ein bisschen kreativ sein und habe die eine Seite mit Ziegenfrischkäse bebröckelt und die andere Hälfte mit Feta. Letzteres war noch um Nuancen besser, weil der Feta eine schöne Würze mitbringt, der fantastisch mit den süßlichen Karotten harmoniert.
Wird es definitiv wieder geben.

geröstete Karotten 2

 

Zutaten für 4 Personen als Beilage:

  • 750 g Karotten, geschält und in ca. 1 cm dicke schräge Scheiben geschnitten
  • ein guter Schuss Olivenöl
  • 2 EL Kreuzkümmelsamen
  • Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • Saft einer Zitrone
  • 3 EL flüssiger Honig (z.B. Akazienhonig)
  • 100g weicher Ziegenkäse oder Feta
  • 1 Bund Dill, grob gehackt
  • ca. 2 TL Nigellasamen

Zubereitungszeit: ca. 10 Minuten
Backzeit: ca. 40 Minuten

Zubereitung:
Ofen auf 200°C vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen, die Karottenscheiben darauf verteilen und mit Olivenöl, Kreuzkümmelsamen, Salz und Pfeffer vermischen. Bei 200°C etwa 30 Minuten backen.

Währenddessen Zitronensaft und Honig mischen. Am Ende der 30 Minuten über die gebackenen Karotten geben und nochmal ca. 10 Minuten im Ofen rösten. Danach leicht abkühlen lassen.

Auf einer Platte oder einem Teller anrichten, Käse über die Karotten bröckeln und mit Dill und Nigellasamen garnieren.

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Zucchinipuffer mit Basilikum und Zitrone

Zucchinipuffer IIWie ich in der Kochbuchrezension zu Anna Jones‘ wunderbarem „A Modern Way to Eat“* bereits versprochen habe, gibt es noch ein paar getestete und für gut befundene Rezepte. Allen voran diese Zucchinipuffer, die problemlos nach einem langen Arbeitstag in Nullkommanix zubereitet werden können. Anna gibt das Rezept für 4 Personen an – wenn es als Hauptgericht dienen soll, würde ich allerdings sagen, dass eher 2 Personen davon satt werden. Es eignet sich als Vorspeise, für Parties, als Fingerfood – die Puffer sind echt vielseitig einsetzbar.

Die Rezension zu „a modern way to eat“ findet ihr übrigens hier.

Die Zitrone harmoniert ganz hervorragend mit dem Basilikum und der Zucchini und der Feta gibt dem ganzen eine würzige Note. Natürlich ist das Rezept auch abwandelbar, ich kann mir die Puffer auch sehr gut mit Paprika, Kürbis, roten Zwiebeln oder Pilzen vorstellen.

Zucchinipuffer

Zutaten für 12-16 Puffer:

  • 1 mittlere Zucchini, grob geraspelt (ca. 250g)
  • 100g TK-Blattspinat, aufgetaut und gut ausgedrückt
  • 100g gekrümelter Feta
  • 3 EL geriebener Parmesan oder Pecorino
  • 1/2 Knoblauchzehe, fein gehackt
  • einige Stängel Basilikum, grob gehackt
  • abgeriebene Schale von einer Zitrone
  • 5 Eier
  • Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • Olivenöl

Zubereitungszeit: ca. 20 Minuten

Zubereitung:
Die grünen Zutaten in eine Schüssel geben und mit dem Käse, Knoblauch und der geriebenen Zitronenschale vermischen. Kräftig mit Salz und Pfeffer würzen und die Eier unterrühren.

Einen guten Schuss Öl in einer Pfanne erhitzen und jeweils einen großzügigen Esslöffel der Mischung bei mittlerer Hitze ausbraten. Flach streichen und von jeder Seite ca. zwei Minuten anbraten.

Während die nächste Charge Puffer in der Pfanne ausbäckt, können die bereits fertigen im warmen Ofen auf ihren Einsatz warten.

 

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Bärlauch-Joghurtscones

Bärlauchscones I

 

Scones gab es eigentlich gerade erst hier im Blog. Da ich jedoch unverhofft an frischen Bärlauch gekommen bin und dieser in ein paar Tagen wieder von den Küchenzetteln dieser Nation verschwunden sein wird, möchte ich euch diese sensationellen Scones nicht vorenthalten. Sie sind herzhaft und haben eine schöne Bärlauchnote. Die schöne, sattgrüne Farbe der zarten Bärlauchblätter geht beim Backen leider zum größten Teil verloren, aber der Geschmack ist trotzdem da.

Wer weitere Verarbeitungsmöglichkeiten für Bärlauch sucht: Steph vom Kleinen Kuriositätenladen hat noch einiges in petto, zum Beispiel auch einige Tipps zum haltbar machen von Bärlauch mit Bärlauchpaste, Bärlauchbutter, TK-Bärlauch. Und Christina von feines gemüse hat unter anderem eine traumhafte Bärlauchquiche, Bärlauch-Tomaten-Tarte oder Bärlauch-Cantuccini im Angebot.

Bärlauchscones II

 

Zutaten für 9-10 Scones:

  • 400 g Mehl
  • 1 EL Salz
  • 1 EL Zucker
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 2 TL Backpulver
  • 125 g kalte Butter, in kleine Würfel geschnitten
  • 1 gute Hand voll frischer Bärlauch, fein gehackt
  • 400 g Joghurt

Zubereitungszeit: ca. 10 Minuten
Backzeit: ca. 25 Minuten

Zubereitung:
Den Backofen auf 200°C vorheizen. Mehl, Backpulver, Zucker, Pfeffer und Salz in einer großen Schüssel mischen. Die kalte Butter mit den Fingerspitzen ins Mehl einarbeiten, bis alles leicht krümelig ist. Den Bärlauch beliebig fein hacken und untermischen, dann das Joghurt dazugeben (evtl. nicht die ganze Menge oder ein bisschen mehr verwenden) und nur ganz kurz durchmischen, bis der Teig zusammenkommt.

Ein Blech mit Backpapier auslegen und mit Mehl bestäuben. Den Teig flachdrücken und mit einer Ausstechform Kreise ausstechen, diese dann auf ein Backblech legen. Dabei genug Platz zwischen den einzelnen Scones lassen, da sie im Ofen noch aufgehen.

Bei 200°C etwa 30 Minuten backen, bis die Scones goldbraun und knusprig sind.

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Dreikäsescones mit getrockneten Tomaten

Dreikäsescones II

 

Vor kurzem gab es (endlich!) mal wieder leckere Scones, dieses Mal zum Abendessen – sonst liebe ich Scones ja auch zu einem ausgiebigen Sonntagsfrühstück. Wie die allermeisten meiner Rezepte zu Scones ist auch dieses spontan entstanden. Dieses Mal sollten es herzhafte Scones werden – verschiedene Käsesorten und getrocknete Tomaten fanden sich im Kühlschrank und riefen förmlich danach, verwendet zu werden.

Welche Käsesorte genau verwendet wird, ist glaube ich nicht so entscheidend für das Endergebnis. Aus Gründen der aktuellen Verfügbarkeit in meinem Kühlschrank habe ich mich für einen Manchego entschieden, der gibt dem Teig schon mal eine käsige Grundnote. Der Rahm-Romadur und der L’Amour Rouge haben zum einen kräftige Aromen, zum zweiten zerfließen sie beim Backen schön und machen die Scones unglaublich saftig. Diese Käsesorten sind jedoch keine Bedingung – auch ein Emmentaler macht sich sicher gut oder ein kräftiger Bergkäse.

Dreikäsescones

 

Ganz hervorragend haben die Scones mit ein bisschen Butter und einem geräucherten Entenschinken vom G.L.d.V. (Geflügellieferanten des Vertrauens) geschmeckt, aber sie sind auch pur oder z.B. mit Frischkäse ein wahrer Genuss.

Zutaten für ca. 10 große Scones:

  • 400 g Mehl
  • 2 TL Backpulver
  • 2 TL Salz
  • 1 EL Zucker oder Agavendicksaft
  • 125 g kalte Butter, in kleinen Würfeln
  • 100 g geriebener Hartkäse (z.B. Pecorino, Parmesan, Manchego o.ä.)
  • 1 kleiner Rahm-Romadur oder anderer kräftiger Käse, mit oder ohne Rinde in Würfel geschnitten
  • 200 g aromatischer, cremiger Weichkäse (z.B. L’Amour Rouge), mit Rinde in Würfel geschnitten
  • 125 g getrocknete Tomaten in Öl, abgetropft und in feine Streifen geschnitten
  • ca. 350 ml Buttermilch

Zubereitungszeit: ca. 10 Minuten
Backzeit: ca. 30 Minuten

Zubereitung:
Den Backofen auf 200°C vorheizen. Mehl, Backpulver, Zucker, und Salz in einer großen Schüssel mischen. Die kalte Butter mit den Fingerspitzen ins Mehl einarbeiten, bis alles leicht krümelig ist. Den geriebenen  und den gewürfelten Käse, sowie die getrockneten Tomaten unterrühren. Dann Buttermilch dazugeben (evtl. nicht die ganze Menge oder ein bisschen mehr verwenden) und nur ganz kurz durchmischen, bis der Teig zusammenkommt.

Ein Blech mit Backpapier auslegen und mit Mehl bestäuben. Mit einem Esslöffel oder mit der Hand Teilportionen abteilen und auf ein Backblech legen, die einzelnen „Haufen“ ggf. noch etwas in Form bringen. Dabei genug Platz zwischen den einzelnen Scones lassen, da sie im Ofen noch aufgehen.

Bei 200°C etwa 30 Minuten backen, bis die Scones goldbraun und knusprig sind.

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Asiatischer Cole Slaw

Asian Slaw II

 

Sensationell. Einfach sensationell.
Selten habe ich einen Salat gegessen, der mich so begeistert hat wie dieser hier. Gerade noch fällt er ganz knapp in die Kategorie „Schnelle Küche“, hier sind alle Rezepte zu finden, die in 30 Minuten oder weniger zubereitet werden können (so habe ich das für mich definiert). Für einen Salat ist es relativ viel Aufwand, dafür belohnt das Ergebnis umso mehr.

Angelehnt ist diese Variante an ein Rezept der „Hairy Bikers“, das bei BBC Food veröffentlicht wurde. Die Menge habe ich drastisch reduziert – eigentlich wollte ich einen Salat für zwei Personen (daher habe ich die Mengen halbiert), allerdings hätte es locker (!) für 4 Personen gereicht. So schlimm war es aber nicht, da der knackige Krautsalat auch noch am nächsten Tag ganz hervorragend schmeckt.

Crunchige Wintersalate sind gerade meine Spezialität, vielleicht gibt es davon noch ein paar, bevor sich das garstige Wetter endgültig verabschiedet. In der Zwischenzeit könnt ihr euch noch gerne diese hier anschauen:

Asian Slaw I

 

Zutaten für 4 gute Salatesser:

  • 1/4 Chinakohl, in feine Streifen geschnitten
  • 1/4 Rotkohl, in feine Streifen geschnitten
  • 1/2 rote Zwiebel, in sehr feine Streifen geschnitten
  • 2 Frühlingszwiebeln, geputzt und schräg in feine Ringe geschnitten
  • 2 Pak Choi, halbiert und in feine Streifen geschnitten
  • eine Handvoll Mungbohnensprossen (optional)
  • ca. 100 g Zuckerschoten, in feine Streifen geschnitten
  • 1/2 Bund Minze, Blätter grob gezupft
  • 1 Bund Koriander, Blätter gezupft

Für das Dressing:

  • 1 Stück Ingwer, daumengroß, geschält und in sehr feine Scheiben geschnitten
  • 6 EL Zucker
  • ca. 100 ml Reisessig
  • 1-2 TL Salz
  • 6 EL Olivenöl
  • Saft von einer Limette
  • 2 EL geröstetes Sesamöl
  • 2 EL Mirin

Zubereitungszeit inkl. Schnippeln: 30 Minuten

Zubereitung:
Die Ingwerscheiben in einen Topf geben, mit Zucker und Reisessig aufkochen lassen und ggf. noch etwas Wasser nachgeben. Ca. 15 Minuten leise vor sich hinköcheln lassen, dann abkühlen lassen.

Währenddessen die Zutaten für den Salat vorbereiten und schnippeln. Alles zusammen in eine große Schüssel geben. Die Dressingbestandteile zusammenmischen und den Sirup vom Kochen des Ingwers dazugeben. Die Ingwerscheiben kleinschneiden und unter das Dressing rühren.

Schließlich das Dressing über den Salat geben und alles gut unterheben.

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Gründonnerstagstradition: Spinat, Nockerle und Spiegelei

Nockerle II

 

Traditionen sind etwas wunderbares, natürlich in wohldosierter Menge und Intensität. In meiner Familie gibt es nur noch eine Handvoll Traditionen, die auch heute noch aktuell sind und die ich selbst am Leben erhalte – eine davon ist das typische Gründonnerstagsessen, das es bei meinen Großeltern gab (die gleichen, die auch Spaghetti mit Tomatensoße kredenzt haben). Rahmspinat (kann zur Not auch mit Blubb sein), dazu Nockerle und Spiegelei.

Für diejenigen unter euch, denen Nockerle nicht geläufig sind: im Prinzip sind es Mehlklöße, in der Konsistenz ähnlich wie feste Spätzle. Das ist nun kein hochkompliziertes oder mords extravagantes Essen, aber oft sind es ja die einfachen Dinge, die uns nachhaltig begeistern. Die Nockerle werden immer in einer großen Menge zubereitet und können wunderbar am nächsten Tag in der Pfanne angebraten und mit Ketchup verspeist werden.

Nockerle I

 

Zutaten für 4 Personen:

für den Spinat:

  • 1 EL Butter
  • 600g TK-Blattspinat
  • 1 kleine Zwiebel, klein gewürfel
  • 1 Knoblauchzehe, fein gehackt
  • 1 Schuss Weißwein oder Noilly Prat
  • 1 kleiner Schuss Sahne
  • Muskat, frisch gerieben

für die Nockerle:

  • 4 Tassen Mehl
  • 4 Eier
  • 2 TL Salz
  • ca. 500 ml Milch

außerdem:

  • pro Person 1-2 Eier
  • etwas Butter
  • Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Zubereitungszeit: ca. 30 Minuten

Zubereitung:
Für den Spinat die Zwiebeln und Knoblauch in etwas Butter anschwitzen, mit Weißwein / Noilly Prat ablöschen und dann den Spinat dazugeben. Ca. 10 Minuten köcheln lassen, Muskatnuss dazugeben und mit Salz und frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer abschmecken, dann pürieren (nach Belieben). Zum Schluss mit einem Schuss Sahne verfeinern.

Für die Nockerle Mehl in eine Schüssel sieben und mit Salz mischen. Eier und Milch mit einem Holzlöffel unterrühren, dabei darauf achten, dass der Teig nicht zu flüssig wird – er muss sehr zäh vom Löffel abreißen. Reichlich Wasser in einem großen Topf aufkochen, großzügig salzen. Mit einem mittelgroßen Löffel Nocken abstechen und nacheinander ins kochende Wasser gleiten lassen (in Chargen arbeiten und nicht den ganzen Teig auf einmal verwenden!). Etwa 4-5 Minuten sieden lassen und dann mit einem Schaumlöffel herausheben – am besten in einer großen Schüssel zwischenlagern (man kann auch noch ein paar Butterflocken dazugeben), während die restlichen Nockerle zubereitet werden.

Die Eier in einer Pfanne mit etwas Butter braten und mit Salz und Pfeffer würzen, zum Schluss Spinat, Nockerle und Spiegelei gemeinsam auf einem Teller anrichten.

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Koreanischer Krautsalat

In meiner früheren Nachbarschaft gab es einen kleinen koreanischen Imbiss, der zwar nicht schön zum Sitzen, aber hervorragend für ein schnelles Takeaway-Essen nach einem anstrengenden Arbeitstag war. Ein paar Standardgerichte mussten einfach immer mit – zum Beispiel der koreanische Schweinebauch (den ich hier sicher auch noch vorstellen werde) oder ein Rindfleischgericht namens Bulgogi. Die Gerichte waren immer begleitet von einem süß-sauer-scharfen Krautsalat, der die anderen Aromen ganz hervorragend ergänzte.

In Augsburg habe ich bisher noch keinen solchen Imbiss entdeckt (wobei es hier einen ganz hervorragenden Thai ums Eck gibt) – also hieß die Herausforderung, die koreanischen Leckereien selbst zu zaubern. Ich bin noch ein bisschen am Herumexperimentieren, aber die Anfänge sind schon sehr vielversprechend!

Da der Krautsalat eine „Muss“-Beilage für alle anderen koranischen Gerichte ist, fange ich heute mal damit an. Falls ihr keine koreanischen Chiliflocken habt oder findet, dann nehmt einfach ein oder zwei Teelöffel anderer geschroteter Chilis.

Krautsalat

Zutaten:

  • 1/2 Kopf Weißkohl, fein geschnitten
  • 1 EL Salz
  • 2 EL Reisessig
  • 2 EL brauner Zucker
  • 1 1/2 EL koreanische Chiliflocken
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 Frühlingszwiebel

Zubereitungszeit: ca. 20 Minuten (inkl. Wartezeit)

Zubereitung:
Den Weißkohl mit Salz vermengen und ca. 10 Minuten (oder länger, wenn andere Vorbereitungen parallel laufen) ziehen lassen. Wenn Flüssigkeit ausgetreten ist, den Kohl weiter auspressen und das Wasser wegschütten.

Die Knoblauchzehe fein hacken, die Frühlingszwiebel in feine Ringe schneiden und zusammen mit dem Weißkohl und den restlichen Zutaten vermischen. Der Salat kann im Kühlschrank bis zur weiteren Verwendung durchziehen.

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