Brathähnchen mit Fenchel, Orangen und Anisschnaps

Dass ich von Yotam Ottolenghis „Jerusalem“ schwer begeistert bin, daraus habe ich ja noch nie einen Hehl gemacht. Dieses Rezept hier hat es mir aber besonders angetan, vor allem, weil die Aromen so überraschend harmonisch waren. Ein bisschen abgewandelt habe ich es natürlich wieder, mein Vorratsschrank war dafür nicht ausgelegt und über ein paar Hinweise habe ich mich einfach hinweggesetzt (z.B. darüber, die am Schluss verbleibende Flüssigkeit auf 80 ml einzukochen – ich mag mir nicht ausmalen, wie salzig diese Sauce geworden wäre!)

Im Originalrezept werden Clementinen und Arak (das ist ein Anisschnaps, der vor allem im nahen Osten heimisch ist) verwendet. Leider habe ich keine unbehandelten Clementinen gefunden, daher bin ich spontan auf Orangen ausgewichen. Geht auch ganz hervorragend. Den Arak (den ich üblicherweise nicht zu Hause führe) habe ich durch Pernod ersetzt, die Flasche stand bei mir schon ewig rum und ich wusste nie so recht, was ich damit nun anstellen soll. Nun ist ja eine Verwendung gefunden…

Huhn JerusalemZutaten für 4-6 Personen:

  • 100 ml Pernod (oder Arak oder Ouzo)
  • 4 EL Olivenöl
  • 3 El frisch gepresster Orangensaft
  • 3 EL Zitronensaft
  • 2 El körniger Senf
  • 3 El brauner Zucker
  • 2 oder 3 Knollen Fenchel
  • 1 Hühnchen, in 8 Teile geteilt oder ca. 1,3 kg Hühnerteile
  • 2 Orangen oder 4 Mandarinen/Clementinen
  • 1 El Thymian
  • 2 1/2 TL Fenchelsaat (ich habe ca. 1 TL Anissaat verwendet)
  • Salz, Pfeffer

Zubereitungszeit: ca. 60 Minuten
Marinierzeit: ein paar Stunden, am besten aber über Nacht
Backzeit: ca. 45 Minuten

Zubereitung:
Pernod (oder Ouzo/Arrak) mit Olivenöl, Orangensaft, Zitronensaft, Senf und Zucker gut vermischen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Orangen/Mandarinen/Clementinen in dünne Scheiben und die Fenchalknollen in Achtel schneiden. Zusammen mit den Hühnerteilen, dem Thymian und Fenchelsaat in einen gut verschließbaren Beutel geben und mit der Marinade vermischen. Für ein paar Stunden oder über Nacht im Kühlschrank ziehen lassen.

Backofen auf 220°C vorheizen. Die Hühnerteile in eine große Auflaufform ausbreiten, den Fenchel und die Orangenscheiben dazwischen verteilen. Alles mit der Marinade übergießen.

Für ca. 45 Minuten im Ofen backen, bis alles schön gebräunt ist. Die Flüssigkeit abgießen, in einen Topf geben und etwas einreduzieren lassen, nach Wunsch noch abbinden. Schmeckt hervorragend mit Reis, Couscous, Bulgur oder einfach einem Stück Brot zum Auftunken.

 

Tarte Tatin mit Aubergine, Roter Zwiebel und Thymian

Endlich sind die Außentemperaturen ein bisschen erträglicher. Die Hitze der letzten Woche hat mir schon etwas zu schaffen gemacht und entsprechend blieb die Küche meistens kalt (leider hat sich das ja auch hier im Blog sehr stark bemerkbar gemacht, aber bei 36°C vergeht sogar mir die Lust aufs Kochen. Meistens haben wir dann die Abende im Biergarten verbracht. Aber – aum sind die Temperaturen ein bisschen moderater, schon kehrt die Lust aufs Kochen und Backen zurück.

Das heutige Rezept stammt aus dem herrlichen Buch Home Made. Sommer von Yvette van Boven, die mir mit ihrer herrliche unkomplizierten Herangehensweise richtig ans Herz gewachsen ist. Nach Home Made. Natürlich hausgemacht und Winter. Home Made ist nun „Home Made. Sommer“ ihr drittes Kochbuch. Da der Sommer nun doch größtenteils Einzug gehalten hat, werde ich in den nächsten Wochen sicher öfter Rezepte aus dem tollen Buch vorstellen und euch bestimmt auch eine Gesamtrezension präsentieren.

Auberginen Tarte TatinDie Tarte Tatin braucht etwas Zeit für die Vorbereitung – wie das halt bei Tartes üblicherweise der Fall ist. Wenn man sie als Hauptgericht serviert, passt ein schöner sommerlicher Salat ganz hervorragend dazu – ich hatte noch einen geräucherten Saibling da, den es dazu gab, den es aber eigentlich gar nicht gebraucht hätte. Wenn man die Auberginenscheiben im Ofen zubereitet, spart man sich einiges an Aufwand und auch der Ölverbrauch ist wesentlich geringer.

Zutaten für eine große Tarte von ca. 30 cm Durchmesser (6-12 Personen, je nach Hunger und Beilage):

für den Teig:

  • 300 g Mehl
  • 1 TL Salz
  • 130 g Butter
  • 1 Eigelb
  • 1 EL Thymian, getrocknet
  • etwas sehr kaltes Wasser

für die Füllung:

  • 2 Auberginen
  • Olivenöl
  • 4 rote Zwiebeln
  • 1-2 EL Agavendicksaft
  • 50 g Pinienkerne
  • 1 EL Salbei, fein gehackt
  • Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 175 g milder, cremiger Feta

Zubereitungszeit: ca. 2 Stunden
Backzeit: etwa 35 Minuten

Zubereitung:
Für den Mürbteig Mehl, Salz und Thymian mischen. In der Küchenmaschine nach und nach die Butter in kleinen Stückchen zugeben und das Eigelb mit einrühren. Genau so viel Wasser dazugeben, dass gerade ein Teig zusammenkommt, dann eine Kugel daraus formen. In Frischhaltefolie einwickeln, flachdrücken und im Kühlschrank eine Stunde ruhen lassen.

Auberginen Tarte Tatin IIBackofen auf 175°C (Umluft) vorheizen. Die Auberginen in Scheiben schneiden und zwei Backbleche mit Backpapier auslegen. Auberginenscheiben so verteilen, dass sie nicht aufeinander liegen. Die Schnittflächen mit Olivenöl bepinseln, dann salzen und pfeffern, wenden und mit der zweiten Seiten gleich verfahren. Für ca. 30 Minuten im Ofen backen, bis sie leicht gebräunt sind.

Währenddessen die Zwiebeln in halbe Ringe schneiden und sanft in Olivenöl anbraten, bis sie schön weich sind. Mit etwas Agavendicksaft leicht karamellisieren lassen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Pinienkerne in einer Pfanne ohne Fett anrösten.

In einer Tarteform die Pinienkerne verteilen, dann die Auberginenscheiben ringförmig überlappend einschichten. Die fein geschnittenen Salbeiblätter darüberstreuen, dann die Zwiebeln darauf verteilen.

Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche kreisrund ausrollen und auf die Zwiebeln legen. Evtl. überstehende Ränder in die Form drücken und einige kleine Schlitze in den Teig schlitzen, damit die Luft entweichen kann. Die Tarte Tatin bei 200°C (Ober- und Unterhitze) ca. 35 Min. backen. 5 Min ruhen lassen, auf einen großen Teller stürzen und mit dem zerkrümelten Feta bestreuen. Evtl. noch kurz im Ofen übergrillen, ansonsten gleich servieren.

Graupenrisotto mit Tomate und mariniertem Feta

Dieses Gericht hat es in Nullkommanix auf unsere persönliche Favoritenliste geschafft – eine ganz fantastische Geschmackskombination ist das. Das „Risotto“ ist gleichzeitig würzig und mild, hat durch das geräucherte Paprikapulver eine leicht rauchige Note – um es kurz zu machen: es schmeckt herrlich! Und obendrein ist es auch noch in recht erträglicher Zeit herzustellen, die meiste Zeit muss es dann nur noch vor sich hinköcheln und man kann sich in dieser Zeit anderen Dingen widmen. So hab ich’s gerne.

Wegen der Kümmel-Feta-Kombination war ich zunächst ein bisschen skeptisch, aber Herr Ottolenghi hat sich auch da nicht geirrt – das passt ganz hervorragend zu dem Graupenrisotto und schmeckt richtig lecker.

Rezept angelehnt an Yotam Ottolenghi aus Jerusalem: Das Kochbuch.

Graupenrisotto IIZutaten für 4 Personen:

  • 200 g Perlgraupen
  • 1-2 EL Butter
  • 3 EL Olivenöl
  • 2 Selleriestangen, in kleine Würfel geschnitten
  • 2 kleine oder 1 große Schalotte, fein gewürfelt
  • 4 Knoblauchzehen, fein gehackt
  • 4 Thymianzweige
  • 1/2 TL geräuchertes Paprikapulver
  • 1 Lorbeerblatt
  • 4 Streifen Zitronenschale
  • 1/4 TL Chiliflocken
  • 1 Flasche Passata (ca. 700 g)
  • 700 ml Gemüsefond
  • 200 g Feta, grob in Stücke gebrochen
  • 1 geh. TL Kümmelsaat, ganz

Zubereitungszeit: ca. 60 Minuten

Zubereitung:
Die Perlgraupen unter fließendem Wasser gut abspülen und in einem Sieb abtropfen lassen.

In einer großen Pfanne die Butter zusammen mit 2 EL Olivenöl schmelzen lassen und Sellerie, Schalotten und Knoblauch darin etwa 5 Minuten anschwitzen. Dann die Graupen, Thymian, Paprika, Lorbeerblatt, Zitronenschale, Chiliflocken, Passata, Gemüsefond und 1/2 TL Salz dazugeben und gut umrühren, damit sich die Zutaten verbinden. Alles gemeinsam aufkochen und dann bei geringer Hitze 45 Minuten köcheln lassen. Dabei immer wieder umrühren, damit sich das Risotto nicht am Pfannenboden ansetzt. Wenn das Risotto fertig ist, sollten die Graupen weich und die meiste Flüssigkeit absorbiert sein.

In der Zwischenzeit die Kümmelsaat in einer kleinen Pfanne ohne Fett anrösten. Dann leicht anmörsern, so dass aber noch einige ganze Samen übrig bleiben. Zusammen mit 2 EL Olivenöl zu den Fetastücken geben und umrühren. Bei Zimmertemperatur marinieren lassen.

Das Risotto abschmecken und zusammen mit dem marinierten Feta anrichten.

Graupenrisotto

Lauch in Öl

Schon lange gab es hier keine orientalischen Mezzerezepte mehr. Dem muss Abhilfe geschaffen werden – gerade in den letzten Wochen habe ich ein paar neue Rezepte ausprobiert aus den wundervollen Kochbüchern, die Ende letzten Jahres erschienen sind (und damit komme ich auch meinem Vorsatz für 2013 nach, dieses Jahr mehr aus meinen schon vorhandenen Kochbüchern zu kochen).

Ich starte mit einem ganz einfachen vegetarischen Rezept, das supereinfach und genauso schnell zuzubereiten ist und trotzdem ganz lecker schmeckt. Lauch ist sowieso eins meiner liebsten Gemüse und die Kombination aus dem leicht süßlichen Lauch und der frischen Zitronenschale ist einfach ganz fantastisch! Es ist auch nicht ganz so ölig wie der Titel zunächst vermuten lässt. Eigentlich spielt die Hauptrolle der Lauch.

Das Rezept stammt aus dem umfangreichen Wälzer The Lebanese Kitchen von Salma Hage. Aus dem Buch wird es sicher in nächster Zeit noch ein paar weitere Rezepte geben…

Lauch IZutaten für ca. 8 Personen als Bestandteil einer Mezzetafel:

  • 1 EL Butter
  • 4 EL Olivenöl
  • 3 Stangen Lauch, in Ringe geschnitten, gewaschen und abgetropft
  • 2 Lorbeerblätter
  • 1 TL frischer Thymian
  • 1 TL brauner Zucker
  • 3 EL frische Petersilie, fein geschnitten
  • 1 Zitrone (Saft und Schalenabrieb wird benötigt)
  • Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Zubereitungszeit: ca. 20 Minuten

Zubereitung:
In einer großen Pfanne die Butter zerlassen und das Olivenöl mit hineingeben. Dann die Lauchringe, Lorbeerblätter und Thymianblättchen mit dazugeben und bei geringer Hitze ein paar Minuten andünsten lassen. Den Zucker dazugeben und weiter für ca. 10 Minuten dünsten lassen, bis der Lauch ein wenig weich geworden ist.

Von der Hitze nehmen und leicht abkühlen lassen. Dann die Lorbeerblätter entfernen und Zitronensaft und -schale, sowie Petersilie hinzugeben. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Lauch II (1)

Rosenkohl mit Kastanien, Thymian und Vanillesirup

Rosenkohl gehört zu den wenigen Gemüsesorten die ich – eigentlich – überhaupt nicht mag. Aber nach meinen vielen positiven Erfahrungen im letzten Jahr (Walnüsse, Rosinen, Grünkohl usw.) traue ich mich eigentlich so eine Aussage gar nicht mehr treffen.

Für dieses Jahr habe ich mir ja vorgenommen, weiter mit Zutaten zu experimentieren, die in der Vergangenheit etwas „schwierig“ waren und so ging’s gleich mit diesem tollen Rosenkohlgericht los. Es stammt im Original aus dem Buch Gemüse von Matt Wilkinson, das ich ja hier schonmal (sehr) kurz vorgestellt habe.

Und – was soll ich sagen? Das Rosenkohlgericht war ein voller Erfolg. Einfach lecker, diese vanillige Süße, die ganz fantastisch mit der Konsistenz und dem Geschmack der Maroni harmoniert! Zusammen mit einem kleinen Steak oder ein paar Kartoffeln hat man gleich eine komplette Mahlzeit.

Rosenkohl IZutaten für 6 Personen als Beilage:

  • 500 g vakuumierte Maroni
  • ca. 30 – 40 Rosenkohlröschen
  • 50 ml Olivenöl
  • 50 g Butter
  • 5-6 Zweige Thymian
  • Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

für den Vanillesirup:

  • 170 g Zucker
  • 150 ml Wasser
  • 1/2 Vanilleschote

Zubereitungszeit: ca. 30 Minuten

Zubereitung:
Zuerst den Vanillesirup herstellen – Wasser und Zucker verrühren, die Vanilleschote längs halbieren und das Mark auskratzen. Den Zuckersirup zusammen mit Vanillemark und -schote aufkochen, dann die Maroni vorsichtig hineinbröckeln (sie sollten nach Möglichkeit halbwegs intakt bleiben).

Den Ofen auf 200°C vorheizen. Die Rosenkohlröschen von den äußeren welken Blättchen befreien und halbieren. Das Olivenöl in einer Pfanne erhitzen, dann den Rosenkohl mit den Schnittflächen nach unten in die Pfanne legen und etwa 4 Minuten scharf anbraten (ggf. in zwei Portionen braten).

Die Maroni mit einem Schaumlöffel aus dem Sirup heben und zum Rosenkohl in die Pfanne geben (wer mag, kann gerne noch einen Esslöffel zusätzlich mit in die Pfanne geben). Dann die Butter in Würfeln und den Thymian fein gehackt dazugeben, einmal umrühren und mit Salz und Pfeffer würzen. In eine Auflaufform geben und bei 200°C nochmal 12-15 Minuten im Ofen fertig garen.

Rosenkohl (1)

Balsamico-Madeiraschalotten

Diese süß-säuerlichen Schalotten machen sich ganz hervorragend auf einem leckeren Burger – egal ob mit Fleisch oder vegetarisch. Aber auch zu einer schönen Käseauswahl sind sie eine hervorragende Beilage.

Die Idee zu diesem Rezept stammt von Steph aus dem Kuriositätenladen, ich habe es ein bisschen angepasst und so schmecken uns die Zwiebelchen sehr gut. Sie lassen sich gut aufbewahren und lassen sich hervorragend zu allen möglichen Gelegenheiten mitbringen.

Zutaten für etwa 500 ml:

  • 750 g Schalotten
  • 50 g Butter oder 3 EL Sonnenblumenöl
  • 2 Zweige Thymian
  • 400 ml Balsamico
  • 100 ml Madeira
  • 100 g brauner Zucker
  • 2 TL Salz
  • frisch gemahlener Pfeffer

Zubereitungszeit: ca. 1 Stunde

Zubereitung:
Die Schalotten schälen, halbieren und in feine Streifen schneiden. Die Butter in einer großen Pfanne schmelzen lassen bzw. das Öl leicht erhitzen, die Thymianzweige hineingeben und die Schalotten andünsten. Etwa 30 Minuten auf niedriger Hitze weiterdünsten, so dass die Schalotten garen, aber nicht braun werden.

Balsamico, Madeira, Zucker, Salz und frisch gemahlenen Pfeffer zu den Schalotten geben, umrühren und für weitere 30 Minuten einkochen lassen, bis die Flüssigkeit schön dicklich ist. Ggf. noch Salz, Zucker oder Balsamico zugeben.