Onigirazu – japanische Reissandwiches

Beim Rezept für Onigiri vor einiger Zeit habe ich ja schon erwähnt, das die Kombinationsmöglichkeiten für die tollen Reissnacks endlos sind. Genauso ist es hier bei den noch einfacher essbaren Reissandwiches Onigirazu, die in den letzten Jahren einen wahren Siegeszug durch asiatische Convenience-Stores gemacht habe und sich so langsam endlich auch zu uns durchkämpfen.

 

Ich finde, Onigirazu sind DAS perfekte Essen für die Mittagspause im Büro. Durch die vollständige Umwicklung mit Noriblättern macht man sich die Finger nicht schmutzig und die Kombinationsmöglichkeiten, was den Inhalt angeht, sind schier endlos. Da Reis und Nori nicht eindeutig eine japanische geschmackliche Orientierung vorgeben, kann man also auch in andere Richtungen denken: Omelette, Mais, gebratene Hühnerbrust, Tofu, eingelegte Paprika, Grillgemüse usw. usw.

Heute stelle ich euch zwei Varianten vor, die schon einen japanischen Einschlag haben. Eine Variante mit Tunfischsalat, Spinat und süß-sauer eingelegtem Gemüse und eine zweite Variante mit geschmortem Schweinebauch, Spinat und Spiegelei. Das tolle ist: die Onigirazu lassen sich auch fantastisch einfrieren und nach Bedarf wieder auftauen.

 

Mehr japanische Rezepte findet ihr übrigens unter der Kategorie Japan oben im Menü.

Zutaten für 8 Sandwiches:

für den Spinat:

  • 500 g frischer Blattspinat
  • 2 EL neutrales Pflanzenöl
  • 1 Knoblauchzehe, fein gehackt
  • 2 cm Ingwer, geschält und fein gewürfelt
  • 1 Schuss Sojasauce
  • 1 Schuss Sake
  • Salz zum Abschmecken

für den Tunfischsalat:

  • 1 kleine Dose Tunfisch
  • 1 EL Sojasauce
  • 2 EL japanische Mayonnaise oder: 2 EL „normale“ Mayonnaise + 1 Prise Salz + 1 TL Agavendicksaft + 1 TL Reisessig

Zubereitungzeit: ca. 60 Minuten (wenn der Reis noch gekocht werden muss)

Zubereitung:

Den Reis in eine Schüssel geben und mit den Händen gründlich waschen, dann das Wasser abgießen. Diesen Vorgang vier bis fünf Mal wiederholen, bis das Wasser klar bleibt. Dann das abgemessene Wasser dazugeben und den Reis im Reiskocher oder auf dem Herd zubereiten (in letzterem Fall: Aufkochen lassen und bei niedriger Temperatur gar ziehen lassen).

In der Zwischenzeit die Füllungen vorbereiten: Schweinebauch in Scheiben schneiden. Für den Tunfischsalat alle Zutaten in eine kleine Schüssel geben und mit der Gabel (oder originalgetreu: mit Stäbchen) vermengen. Öl in einer großen Pfanne erhitzen, Knoblauch und Ingwer darin anschwitzen. Den Spinat waschen, von groben Stielen befreien und mit in die Pfanne geben. Wenn der Spinat zusammengesackt ist, mit Sojasauce und Sake ablöschen und die Flüssigkeit einkochen lassen. Mit Salz abschmecken.

Wenn der Reis gar ist, diesen locker auf eine Platte verteilen und auskühlen lassen. Eine Lage Frischhaltefolie auf der Arbeitsfläche ausbreiten und ein Noriblatt mittig platzieren. Ein bisschen Reis mittig verteilen, dann die Füllungen darauf schichten. Nicht zu viel Reis und Füllung verwenden! Die Finger immer in Salzwasser tauchen, sonst klebt der Reis ganz furchtbar. Ja, ich spreche aus Erfahrung.

Als letzte Schicht nochmal eine Lage Reis verwenden, dann das Noriblatt wie einen Briefumschlag um die Füllung herumklappen. In der Frischhaltefolie stramm einwickeln und mit einem scharfen Messer in zwei Hälften schneiden.

Zitroniger Zitronenkuchen

Was soll ich zu diesem Rezept groß sagen? Ein guter Zitronenkuchen sollte einfach auf jedem Blog vertreten sein. Und hier ist einer. Es gibt nicht viele süße Gerichte, die ich einer Scheibe Zitronenkuchen mit Zuckerguss vorziehen würde. Dieser ist besonders zitronig, weil er nicht nur Zitronensaft, sondern auch den Abrieb der Zitronen verwendet. Und er gehört einfach zum Sommer dazu.

 

Was vielleicht noch besonders zu erwähnen ist: ich habe hier Zitronen verwendet, die vom Zitronenbaum meiner Mutter geerntet wurden. Sie haben ein wirklich unvergleichlich gutes Aroma und ich weiß nicht, wie sie es schafft, diesem kleinen Bäumchen 60 bis 70 Früchte zu entlocken. Ein grüner Daumen, liebevolles Zureden und konsequentes Schützen vor Frost gehört sicher dazu.

 

Zutaten für eine große Kastenform:

  • 250 g Butter
  • 200 g Zucker
  • 1 TL Vanilleextrakt
  • 1-2 Bio-Zitronen
  • 4 Eier
  • 200 g Mehl
  • 50 g Speisestärke
  • 2 TL Backpulver
  • 150 g Puderzucker

Zubereitungszeit: 10 Minuten
Backzeit: 50 Minuten

Zubereitung:

Eine Kastenform mit nassem Backpapier auskleiden. Dazu das Backpapier leicht anfeuchten und dann immer wieder fest zusammenknüllen, so dass es geschmeidig wird. Backofen auf 175°C vorheizen.

Butter und Zucker schaumig rühren, Vanilleextrakt und Eier nach und nach unterrühren. Abrieb von 1-2 Zitronen dazugeben.

In einer anderen Schüssel Mehl, Speisestärke und Backpulver verrühren, dann zum Rest geben. In die Kastenform füllen und im Backofen bei 175°C 50 Minuten backen (Stäbchenprobe machen).

Den Kuchen noch heiß mit dem Saft einer halben Zitrone beträufeln. Aus dem Puderzucker und etwas Zitronensaft Zuckerguss herstellen und über den ausgekühlten Kuchen geben.

Montags-Smoothie in grün: Gurke, Spinat, Apfel

Grüne Smoothies haben ihren großen Hype eigentlich schon hinter sich. Ich habe immer wieder versucht, einen zu finden, der nicht nur grün, sondern auch lecker ist und bin bisher – aus meiner Sicht – gescheitert. Viel zu gemüsig, nicht mein Geschmack.

 

Also wollte ich einen grünen Smoothie mixen, der auch richtig lecker ist und bei sommerlichen Temperaturen auch erfrischend. Wer nicht möchte, dass der Smoothie richtig stark nach Gurke schmeckt, sollte vielleicht erstmal eine halbe Gurke verwenden. Und falls ihr ihn gehaltvoller möchtet, dann gebt einfach noch einen Teelöffel Nussmus oder Rapsöl dazu.

Zutaten für 2 Frühstückssmoothies á 500 ml:

  • 2 Granny Smith Äpfel
  • 1 Gurke
  • 150 g Spinat
  • 1-2 Bananen
  • Saft einer Limette
  • Birnen- oder Apfelsaft

Zubereitungszeit: ca. 10 Minuten

Zubereitung:

Saft in den Mixer geben, dann den Spinat daraufschichten. Kurz „anmixen“, dass der Spinat sein Volumen verliert, dann Äpfel, Gurke und Spinat dazugeben. Mit Limettensaft und Wasser auffüllen und fein pürieren.

.Sofort servieren oder in Flaschen abfüllen und ins Büro mitnehmen.

Holunderblütensirup

Leider bin ich ein bisschen spät dran mit diesem Rezept – die meisten Holunderblüten sind schon verblüht, nur in höheren oder versteckten Lagen könntet ihr noch Erfolg haben. Aber trotzdem wollte ich nicht bis nächstes Jahr warten, bis ich euch den tollen Sirup endlich präsentiere. Seit sechs Jahren schlummert das Rezept schon hier bei mir und wartet auf euch.

 

Holunderblütensirup ist aus meiner Küche nicht mehr wegzudenken. Früher habe ich das tolle Getränk immer fertig gekauft, aber mittlerweile verwandle ich meine Küche lieber einmal im Jahr in ein klebriges Paradies und es wird Sirup hergestellt.

Am besten erntet man die Holunderblüten auf dem Land, an einem Ort, der nicht direkt an der Autobahn liegt. Ich habe Glück und eine Freundin von mir hat einen schönen Holunderstrauch im Garten stehen, von dem ich ernten darf. Optimal ist es außerdem, wenn man an einem sonnigen Tag erntet, am besten um die Mittagszeit.

Die Blüten werden auf keinen Fall gewaschen, sondern maximal ganz leicht ausgeschüttelt, so dass die kleinen Minifliegen, die sich darauf befinden, entfernt werden. Der Blütenstaub gibt nochmal ein ganz besonderes Aroma. Er setzt sich auch in der Flasche später ab (und sieht evtl. ein bisschen komisch aus, weil er Schlieren zieht), aber der Sirup ist deshalb keineswegs verdorben!

Wenn man sauber arbeitet (sprich: alle verwendeten Utensilien gut sterilisiert worden sind), dann hält der Sirup ein bis zwei Jahre. Danach verliert er sein Aroma. Verwenden kann man ihn natürlich nicht nur im „Hugo“, sondern auch mit Mineralwasser aufgegossen. Ich verwende den Sirup auch gerne in Salatdressings, Desserts oder Müsli zum Süßen, das gibt nochmal eine schöne Holunderblütennote. Und als Mitbringsel ist er natürlich auch immer eine super Idee (da findet ihr noch mehr Anregungen unter der Kategorie Geschenke aus der Küche).

Zutaten für etwa 3 Liter Sirup:

  • 2 kg Zucker
  • 1,5 l Wasser
  • 25 g Zitronensäure
  • ca. 35-40 Holunderblütendolden
  • 2 Zitronen
  • 2 Orangen

Zubereitungszeit: ca. 20 Minuten (plus 5 Tage Wartezeit)

Zubereitung:

Wasser, Zucker und Zitronensäure aufkochen und dann lauwarm abkühlen lassen. Die Zitronen und Orangen abspülen und in Scheiben schneiden.

Die Holunderblüten knapp über der Blüte abschneiden und in den Sirup fallen lassen (dabei einfach so wenig Stiel wie möglich mit in den Sirup

Den Sirup 4-5 Tage im Kühlschrank ziehen lassen, dann durch ein Tuch passieren. Im Topf sprudelnd aufkochen lassen und in sterilisierte Flaschen abfüllen.

Montags-Smoothie in gelb: Nektarine, Apfel, Banane

Die letzten Wochen war ich recht viel unterwegs und bin kaum zum kochen gekommen. Und wenn, dann wurde aufgrund des tollen Wetters eher gegrillt und das lässt sich nicht so gut fotografieren und bloggen. Aber es gibt zur Zeit endlich wieder Frühstückssmoothies! Die Saison und Verfügbarkeit der tollen Früchte macht richtig Lust auf einen frisch gemixten Smoothie und seit ich einen neuen Hochleistungsmixer habe, bin ich auch endlich mit der Konsistenz sehr zufrieden.

Wenn es klappt, stelle ich euch die nächsten Montage erprobte und leckere Smoothies in verschiedenen Farben vor.

Diese Variante beinhaltet nicht nur Apfel, Nektarinen und Bananen, sondern auch einen ordentlichen Klacks griechischen Joghurt. Gerade, wenn der Smoothie als Frühstück dient und bis Mittags satt halten soll, ist es wichtig, ein bisschen zusätzliche „Substanz“ mit hineinzubringen. Das geht am besten mit Quark oder Joghurt, aber auch ein Teelöffel Öl oder Nussmus gehen ganz prima. Noch mehr Substanz geben Getreideflocken oder Saaten, nur braucht ihr dazu unbedingt einen sehr guten Mixer, sonst werdet ihr mit der Konsistenz nicht glücklich.

 

Zutaten für zwei Frühstückssmoothies á 500 ml:

  • 200 ml Orangensaft
  • 2 große EL griechischer Joghurt
  • 3/4 süßlicher grüner Apfel (z.B. Golden Delicious)
  • 1,5 Bananen
  • 1,5 Nektarinen
  • 1 EL Holunderblütengelee (optional)
  • 1 TL Agavendicksaft (optional)

Zubereitungszeit: ca. 10 Minuten

Zubereitung:

Saft in den Mixer geben, dann Joghurt und das grob zerkleinerte Obst dazugeben. Mit Wasser etwas auffüllen und fein pürieren.

Falls gewünscht, mit Agavendicksaft und/oder Holunderblütengelee süßen und nochmal kurz pürieren. Sofort servieren oder in Flaschen abfüllen und ins Büro mitnehmen.

Ein perfektes Essen für heiße Tage – Prosciutto, Mozzarella, Nektarine

Eine liebe Freundin von mir (von der ich sehr hoffe, dass sie irgendwann hier mal einen Gastbeitrag schreibt) hat mir dieses Rezept verraten, das ich nun schon mehrfach zubereitet habe. Es ist un-glaub-lich gut. Ich übertreibe nicht. Gerade wenn es heiß ist und man eigentlich gar nicht Lust hat, irgendetwas zu essen, ist das einfach perfekt. Noch dazu ist es schnellstens zubereitet und sieht einfach super aus! Ein Name für dieses Gericht wollte uns aber leider nicht einfallen.

 

Ihr seid natürlich wie immer flexibel in den Komponenten. Statt Serranoschinken kann man natürlich auch Parmaschinken oder einen anderen luftgetrockneten Schinken verwenden, er sollte am besten nicht oder nur leicht geräuchert sein, damit er geschmacklich nicht alles andere übertüncht. Was das Obst angeht, habe ich schon Mango und Nektarine ausprobiert, ich kann mir aber z.B. auch eine reife Ananas, Pfirsiche oder Aprikosen vorstellen.

Als „Beiwerk“ zum Grillen passt so eine Platte natürlich ganz hervorragend oder auch als leichtes Mittag- oder Abendessen, wenn es viel zu heiß für etwas anderes ist.
Lasst es euch schmecken in diesem heißen Sommer!

Zutaten für 4 Personen als Beilage zum Grillen:

  • 1 Büffelmozzarella guter Qualität
  • 100 g Serranoschinken
  • 1 reife Mango oder 2 reife Nektarinen
  • 1 Bio-Limette
  • 1-2 TL Chiliflocken
  • ein paar Blättchen frischer Basilikum
  • Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • einige EL gutes Olivenöl

Zubereitungszeit: ca. 10 Minuten

Zubereitung:

Die Mango schälen und das Fruchtfleisch in feine Scheiben schneiden. Auf einer großen Platte anrichten, den Serranoschinken zerpflücken und darüber drapieren. Mozzarella mit den Händen zerteilen und ebenfalls lose auf der Platte verteilen.

Limettenabrieb von der ganzen Limette über den Mozzarella streuen, eine halbe Limette darüber auspressen. Mit ein paar EL Olivenöl übergießen und mit Chiliflocken, Salz und Pfeffer würzen.

Falls nicht sofort serviert wird, die angerichtete Platte im Kühlschrank aufbewahren.

Miso-Auberginen

Miso könnte fast zu meiner neuesten Lieblings-Zutat werden und das hätte ich nun kaum für möglich gehalten. Früher konnte man mich mit der Miso-Suppe, die man üblicherweise beim Sushiladen des Vertrauens serviert bekommt jagen. Das hat sich mit der Zeit geändert, ich fand sie immer leckerer und so langsam traue ich mich auch an die Würzung mit Misopaste. Bestes Beispiel: der Skrei mit Basilikum-Koriander-Misopaste in Lauch, den ich an Gründonnerstag improvisiert habe und der geschmacklich einfach der Wahnsinn war.

 

So ist es auch mit den Auberginen. Die wenigsten würden herausschmecken, dass hier Misopaste zum Einsatz gekommen ist. Und doch gibt sie einen tollen, runden, „Umami“-Geschmack, der durch das Grillaroma noch besser zur Geltung kommt. Auch die Variante der Zubereitung hat mir sehr gut gefallen. Auberginen vom Grill sind ja oft langweilig oder gar fetttriefend, diese aber einfach wohlschmeckend. Und das bestätigt sogar der Auberginenskeptiker in unserem Haushalt.

Das Rezept stammt aus Stevan Paul’s Kochbuch „Meine japanische Küche: Rezepte für jeden Tag“*.
Mehr japanische Rezepte findet ihr übrigens unter Japan bei „Rezepte nach Regionen“.

Zutaten für 4 Personen als Beilage zum Grillen:

  • 2 Auberginen
  • 4 EL Olivenöl
  • etwas Salz
  • 1 EL Misopaste
  • 1 EL Mirin
  • 1 EL Sake
  • 1 EL Zucker
  • 2 EL heller Sesam, in einer Pfanne geröstet
  • 1 Frühlingszwiebel, schräg in feine Scheiben geschnitten

Zubereitungszeit: ca. 5 Minuten
Zeit auf dem Grill: ca. 15 Minuten

Zubereitung:

Die Auberginen waschen und längs halbieren. Das Fleisch kreuzförmig einschneiden, die Schnittflächen salzen und mit Olivenöl einreiben.

Die Auberginenhälften mit der Schnittfläche nach unten auf den Grill legen und einige Minuten grillen, bis sie Farbe nehmen, ca. 8 Minuten. Misopaste, Mirin, Sake und Zucker zusammenrühren.

Die Auberginen umdrehen, ein paar Minuten grillen und mit der Mist-Mischung bestreichen. Ein paar Minuten weitergrillen, dann auf einer Platte anrichten und mit Sesam und Frühlingszwiebeln bestreuen.