Omas Spaghetti und Tomatensoße

Tomatensoße III

 

Im Mai 2015 hatte ich nach langer Zeit endlich wieder zum Bloggen gefunden. Ein paar Rezepte habe ich geschafft, dann kam dieser absolut geniale Sommer, diverse Umzüge, eine Masterarbeit und viel beruflicher und privater Kram. Wie das Leben eben so spielt – life is what happens while you are busy making other plans…

Nun versuche ich es erneut. Ich hoffe, ihr seid noch dabei?

Als Start könnte ich mir kein besseres Rezept als dieses vorstellen. Das ist ein sehr persönliches Gericht und es ist geschmacklich sicher nicht jedermanns Sache. Für mich ist es der Inbegriff von Seelenfutter. Diese Soße gibt es, wenn das Leben gerade besonders doof ist und ich ganz dringend einen Tröster für meine traurige Seele brauche. Oder wenn die lästige Erkältung nicht weggehen mag. Oder wenn alles gerade so besonders schön ist. Sie ist ein zuverlässiger Helfer in allen Lebenslagen. Das liegt daran, dass sie nach meiner Kindheit schmeckt und meiner lieben Oma und viele sehr schöne Erinnerungen ins Hier und Jetzt zurückholt.

Tomatensoße I

 

Nun muss ich natürlich zugeben, dass diese „Tomatensoße“ nur sehr entfernt etwas mit richtigen Tomaten zu tun hat. Sie kommt mit Ketchup und Tomatenmark aus, was allerdings den Vorteil hat, dass sie saisonal unabhängig zubereitet werden kann und die Zutaten nur in extremen Notfällen nicht im Hause sind. Außerdem ist sie relativ süß und die Nelken (die sind ein absolutes Muss!) geben ein so warm-weiches Aroma dazu, dass diese Tomatensoße einfach zum Reinlegen ist. Wenn ich mir bei meinen Großeltern etwas zum Essen wünschen durfte, dann war es immer dieses Gericht hier. Ich würde sagen, ich habe meinen Wunsch fast immer erfüllt bekommen. Natürlich kann man auch andere Nudeln dazu essen – Fusilli z.B. nehmen die Soße noch besser auf. Der Klassiker wurde aber immer mit Spaghetti serviert.

Nun lasst es euch schmecken! Auf eine gute Zeit und auf liebe Freunde, Familie und insbesondere Großeltern, die doch immer einen ganz besonderen Platz im Herzen innehaben.

Tomatensoße II

 

Zutaten für ca. 4 Personen und 500g Nudeln:

  • 1 EL Butter
  • 1 EL Mehl
  • ca. 500 ml kalte (!) Milch
  • 1 Zwiebel
  • 1 Tube Tomatenmark
  • 1/2 Flasche Tomatenketchup
  • etliche ganze Nelken (ca. 15 Stück)
  • etwas gemahlene Nelke
  • Salz
  • ggf. etwas Honig oder Agavendicksaft
  • 500 g Spaghetti

Zubereitungszeit: ca. 30 Minuten

Zubereitung:
Die Zwiebel schälen und vierteln, und zwei der Viertel mit einer Gabel sporadisch einstechen.Tomatensoße Mit den Nelken spicken. Aus Butter und Mehl eine Mehlschwitze herstellen, 2-3 Minuten anschwitzen lassen. Das Tomatenmark unter ständigem Rühren ca. eine Minute mit anschwitzen, dann den Ketchup und später die kalte Milch einrühren. Mit dem Schneebesen sehr kräftig rühren, so dass keine Klümpchen entstehen. Die Zwiebelviertel mit in die Soße geben und etwa 20 Minuten (oder nach Belieben auch viel länger, das macht der Soße überhaupt nichts aus) abgedeckt vor sich hinköcheln lassen, bis die Zwiebel schön weich ist.

Währenddessen die Spaghetti in reichlich Salzwasser garen. Die Soße mit Salz und gemahlener Nelke – ggf. noch etwas Honig – abschmecken, dann servieren. Wer möchte, kann die Zwiebeln inkl. Nelken aus der Soße nehmen, ich lasse sie aber am liebsten drin. In diesem Fall nur die ganzen Nelken aus den Zwiebeln pulen.

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5 thoughts on “Omas Spaghetti und Tomatensoße

  1. Hallo Regine,
    willkommen zurück!
    Wie wunderbar, dass du nach all den Turbulenzen der letzten Monate wieder zum Kochen, Fotografieren und natürlich auch zum Bloggen kommst!
    Ja, dieses Rezept weckt auch bei mir gleich viele schöne Erinnerungen. Und das schon beim Lesen! Damals, als das Rezept entstand, war man weit entfernt von Dosentomaten oder gar frischem Gemüse rund ums Jahr. Sicher löste schon der Ketchup ein Glücksgefühl aus. Das ist ja bei manchen Menschen auch heute noch so ;-).
    Ich glaube, ich muss das Gericht nach gefühlten Ewigkeiten bald mal nachkochen. Danke, dass du es jetzt wiederbelebt hast!
    LG und fröhliches Köcheln

  2. Liebe Regine,
    auch wenn ich bei dem Rezept nicht bei dir bin – bei deinem Blog bin ich es. 🙂 Schön, mal wieder ein Lebenszeichen von dir zu lesen. Hab eine gute Zeit!
    LG von der zuckererbse

    • Danke, das freut mich! Gerade am Wochenende habe ich an dich gedacht und daran, dass ich leider gar keine Kontaktdaten von dir habe. Jetzt schon :-). Vielleicht treffen wir uns ja wieder in Frankfurt dieses Jahr?
      Liebe Grüße!

  3. 👏 Toll, dass der Blog wieder lebt! Und ich war ja schon gespannt, was DAS Thema für den Wiedereinstieg wird ( und es nicht Grünkohl geworden…tststssss) – und ich finde, dass DIE und ich wiederhole DIE Soße wirklich ein passendes Rezept dafür ist! 👍 auch ich bin schonmal in den Genuss dieses Seelentrösters gekommen und ich fand sie auch sehr lecker! Zwar echt speziell, sie hat mit einer klassischen Tomatensoße nicht wirklich was tun und hat ein ausgeprägtes Nelkenaroma – aber: mmmmmmmhhhhhhh… 🍴🍝 nomnom!

    Weiter so, ich freu mich auf viele neue Blogbeiträge… Und wenn du wieder ein Handmodell brauchst – du weißt ja…. 😉

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