Geschmorte Hirschnuss mit Maronen-Cranberrysauce und Haselnussspätzle

Es ist mal wieder Zeit für ein Blogevent. Dieses Mal ist es „All you need is… Schmorgerichte!“, das über Facebook ins Leben gerufen wurde. Außer mir nehmen noch ganz viele andere Bloggerinnen und Blogger mit leckersten winterlichen Schmorgerichten teil – auch vegetarische übrigens! Gerade in dieser Jahreszeit holen ja viele ihre Bräter raus (ich habe mir extra einen zu Weihnachten gewünscht). Ich habe mich für ein recht wenig aufwändiges Schmorgericht entschieden, das alles in allem in ein bisschen mehr als einer Stunde fertiggestellt ist.

Geschmorte Hirschnuss mit Haselnussspätzle und Maronen-Cranberrysauce (und Feldsalat)

Die Hirschnuss, die ich verarbeitet habe, war eine kleine und es gab sie im Rahmen unseres Silvestermenüs als Hauptspeise. Wild und Maronen passen meiner Ansicht nach ganz super zusammen und man hat auch gleich eine tolle Basis für die Sauce, die man ja auf alle Fälle braucht. Die Cranberries geben dem Ganzen einen frischen, säuerlichen Kick, der sich prima ergänzt mit den restlichen Aromen. Ihr könnt natürlich auch noch zusätzlich ein Cranberry Chutney oder Preiselbeeren reichen.

Zutaten für 2-3 Personen:

  • 600 g Hirschnuss
  • Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 1 EL Butter
  • 1 mittelgroße Zwiebel, grob gewürfelt
  • 200 g vakuumierte, vorgekochte Maronen, grob gehackt
  • 50 g Cranberries, grob gehackt
  • 400 ml Rotwein
  • ggf. noch etwas Wildfond (alternativ: Hühnerbrühe oder Wasser)

für die Spätzle:

  • 250 g Spätzlemehl (alternativ 405er)
  • 1,5 TL Salz
  • 100 g Haselnüsse, gemahlen (idealerweise geröstet)
  • 3 Eier
  • ca. 150 ml Milch
  • etwas Muskat
  • 2-3 EL Butter

Zubereitungszeit: ca. 15 Minuten
Schmordauer: 40 Minuten
Ruhezeit: 10 Minuten

Zubereitung:

Den Ofen auf 160°C vorheizen. Einen kleinen Bräter bei hoher Hitze auf den Herd stellen, Butter darin zergehen lassen. Die Hirschnuss mit Salz und Pfeffer einreiben und ringsherum scharf anbraten, dann wieder aus dem Bräter nehmen. Hitze reduzieren und erst die Zwiebel, dann auch Maronen und Cranberries anschwitzen. Mit dem Rotwein ablöschen und aufkochen lassen, die Hirschnuss wieder in den Bräter setzen, zudecken und in den vorgeheizten Ofen stellen.

Den Spätzleteig für die Haselnussspätzle zubereiten: Mehl, Salz und Haselnüsse in einer Schüssel vermischen, dann die Eier dazugeben, etwas frisch geriebene Muskatnuss und ca. die Hälfte der Milch. Grob vermischen und nur so viel Milch zugeben, dass ein relativ fester Teig entsteht. Nicht zu lange rähren.

Wasser in einem Topf zum Kochen bringen und gut salzen. Eine Schüssel für die fertigen Spätzle sowie einen Schaumlöffel bereitstellen. Die Spätzle portionsweise ins kochende Wasser pressen oder schaben, kurz aufwallen lassen und dann mit dem Schaumlöffel aus dem Wasser heben. Mit Butter mischen und warmstellen.

Nach 40 Minuten aus dem Ofen nehmen, die Hirschnuss aus dem Bräter nehmen und in Alufolie eingewickelt ruhen lassen. Währenddessen die Sauce pürieren und abschmecken. Falls sie durch die Maronen zu sämig wird, noch Fond oder Wasser angießen.

Die geruhte Hirschnuss in Scheiben schneiden und zusammen mit Sauce und Haselnussspätzle anrichten, ggf. noch etwas Preiselbeeren dazugeben.

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Tunfisch-Tataki mit Ingwer-Honig-Dip (nachgebaut nach Ottolenghi)

Willkommen, 2019! Ich hoffe, ihr seid alle gut ins neue Jahr gestartet und habt es euch über die Feiertage gutgehen lassen. Bei uns war es relativ arbeitsreich, aber auch echt lecker. Weihnachten mit lieben Freunden, wo jeder einen Gang gekocht hat. Und Silvester haben mein Mann und ich ein tolles Menü gezaubert (den Hauptgang bekommt ihr auch in den nächsten Tagen noch zu sehen). Damit 2019 auch im Blog gleich mit einem Knaller losgeht, habe ich für euch ein Tunfisch-Tataki dabei, das es bei uns als Zwischengang gab.

Tunfisch-Tataki

Gegessen habe ich dieses Gericht so ähnlich bei einem Besuch bei Ottolenghi in Islington. Weil der Dip zum Tunfisch einfach genial war, ich den aber nicht so richtig hinbekommen habe, mussten wir im Folgejahr einfach nochmal dort essen gehen. Mittlerweile habe ich den Geschmack ganz gut nachgebaut – das Rezept wollte mir dort natürlich niemand verraten und in den Kochbüchern von Yotam Ottolenghi bin ich auch nicht fündig geworden. Der Tunfisch an sich ist ja schon echt toll, aber in Kombination mit dem Dip ist das der absolute Hammer!

Der Tunfisch wird mit schwarzem und weißem Sesam bestreut und in der Pfanne ganz kurz von beiden Seiten angebraten. Wer möchte, kann das natürlich auch auf dem Grill machen, aber am Silvesterabend bei Regen war da mein Verlangen nicht ganz so groß.

Beim Einkauf von Tunfisch empfehle ich euch, diesen Einkaufsratgeber zu berücksichtigen, da Tunfisch leider in vielen Gebieten vollkommen überfischt ist und wenig auf nachhaltige Fischerei geachtet wird.

Zutaten für 4 Personen als Vorspeise:

  • 400 g Tunfisch am Stück, ca. 4-5 cm dick
  • 2 EL weißer Sesam
  • 1 TL schwarzer Sesam
  • 1-2 EL neutrales Öl

für den Dip:

  • 4 EL Akazienhonig oder eine Mischung aus Blütenhonig und Agavendicksaft
  • 2 TL helle Sojasauce
  • ca. 3 cm frischer Ingwer
  • 1/2 TL Salz
  • 1-2 EL Reisessig
  • ein paar Tropfen Sesamöl (geröstet)
  • 1 Frühlingszwiebel

Zubereitungszeit: ca. 10 Minuten

Zubereitung:

Den Tunfisch trockentupfen, mit weißem und schwarzen Sesam bestreuen. In einer Pfanne bei großer Hitze von beiden Seiten sehr kurz scharf anbraten (wer den Fisch nicht so roh haben möchte, kann ihn natürlich auch länger braten).

Honig, Sojasauce, Salz, Sesamöl und Essig verrühren. Den Ingwer sehr fein reiben und zusammen mit den Frühlingszwiebeln vermengen.

Tunfisch in Scheiben schneiden und zusammen mit dem Dip anrichten.

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Orangen-Mandel-Marzipanstollen

Die Stollenserie, die ich vor fünf bzw. sechs Jahren gestartet habe, braucht dringend eine Fortsetzung. Letztes Jahr hatte ich schonmal eine Zusammenfassung der bisher veröffentlichten Rezepte geschrieben. Da ich weder Rosinen mag, noch ein großer Fan von Orangeat und Zitronat bin, entwickle ich immer Stollenvarianten, die ohne diese Zutaten auskommen. Und da wir uns nun schon recht nah an Weihnachten herangearbeitet haben, backe ich mit euch lieber wieder Quarkstollen, der muss nämlich nicht durchziehen, sondern kann gleich gegessen werden.

Ich wollte mal einen Versuch machen und so viel Orangiges wie möglich mit verbacken. Herausgekommen ist ein toller Orangenstollen, der wundervoll orangig schmeckt und durch die Mandeln und das Marzipan auch schön fluffig und saftig wird. Der Versuch ist wirklich gelungen und hat viele Gäste auf einer Geburtstagsfeier begeistert. Wenn ihr also auch Stollenskeptiker seid oder welche kennt – probiert unbedingt mal diese Variante aus!

Zutaten für einen großen Stollen:

  • 250 g weiche Butter
  • 200 g Zucker
  • 1 Prise Salz
  • 2 Eier
  • 200 g gemahlene Mandeln (ohne Haut)
  • 1 großzügiger Schuss Cointreau
  • 1 großzügiger Schuss Amaretto 
  • 2 Bio-Orangen (wir brauchen den Abrieb von beiden, den Saft nur von einer)
  • 2-3 EL Orangenmarmelade
  • 250 g Magerquark
  • 200 g Marzipan
  • 600 – 700 g Mehl
  • 1 Päckchen Backpulver
  • 150 – 200 g Puderzucker

Zubereitungszeit: ca. 10 Minuten
Backzeit: ca. 60-70 Minuten

Zubereitung:

Backofen auf 175°C vorheizen. 125 g Butter mit Zucker und einer Prise Salz schaumig schlagen, die Eier eins nach dem anderen zugeben. Dann nacheinander Mandeln, Cointreau, Amaretto, Orangenabrieb und -saft, Marmelade, Quark und kleingezupftes Marzipan unterrühren, bis sich alles gut verbunden hat.

In einer separaten Schüssel Mehl und Backpulver mischen. Das Mehl zum flüssigen Teil des Teiges geben und kurz verkneten. Ggf. noch etwas Mehl zugeben, falls der Teig zu klebrig sein sollte (er darf kleben, aber er sollte sich schon mit der Hand formen lassen).

Den Teig auf einem mit Backpapier ausgelegten und bemehlten Backblech zu einem Stollen formen und ca. 60 Minuten backen (Stäbchenprobe machen!).

Die übrige Butter schmelzen. Den heißen Stollen mit 1/4 der flüssigen Butter bestreichen, dann mit Puderzucker bestäuben. Diesen Vorgang wiederholen, bis Butter und Puderzucker aufgebraucht sind.

Hält sich ca. eine Woche.

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Lebkuchengewürz

Endlich geht es weiter auf pinch of spice – in den letzten Wochen war ich leider recht eingespannt, war viel beruflich  und privat unterwegs, hatte einen kleinen Urlaub in Hamburg und Bremen, so dass keine Zeit zum Bloggen war. Nun aber möchte ich euch in den nächsten zwei Wochen gerne ein paar (vor)weihnachtliche Rezepte präsentieren, die ihr schnell und mit relativ wenig Aufwand nachkochen oder -backen könnt und die sich allesamt auch als Geschenke aus der Küche eignen. Dafür habe ich vor einiger Zeit auch eine eigene Rubrik angelegt, schaut euch die gerne mal an!

Lebkuchengewürz

Heute wird weder gekocht noch gebacken, sondern einfach nur gemischt – ein Lebkuchengewürz soll es sein, das ihr in der Weihnachtsbäckerei natürlich ganz vielseitig einsetzen könnt, ganz klassisch für Lebkuchen natürlich, aber ich könnt damit auch Desserts verfeinern oder zum Beispiel einen leckeren Lebkuchensirup zaubern (Rezept dafür folgt dann in den nächsten Tagen).

Das Gewürz ist – vorausgesetzt, ihr habt alle Zutaten zu Hause – in Nullkommanix zusammengerührt und hält sich gut verschlossen in einem Glas oder einer Dose mehrere Monate.

Zutaten für ca. 50 g Gewürz:

  • 30 g Zimt, gemahlen
  • 9 g Nelken, gemahlen
  • 2 g Piment, gemahlen
  • 1 g Muskat, gemahlen
  • 2 g Koriander, gemahlen
  • 2 g Kardamom, gemahlen
  • 2 g Ingwer, gemahlen
  • 1 g Muskatblüte, gemahlen

Zubereitungszeit: 5 Minuten

Zubereitung:

Alle Gewürze in eine Schüssel geben und gut vermischen. In ein Glas oder eine Dose abfüllen und luftdicht verschließen.

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Vollkorn-Kürbisspätzle mit Hähnchen-Pilzgeschnetzeltem

Spätzle sind neben Maultaschen das Lieblingsgericht meines Mannes. Hin und wieder probieren wir eine neue Variante aus (wobei Änderungen am Standard erstmal äußerst skeptisch beäugt werden, vor allem wenn auch noch Kürbis mit im Spiel ist) und meistens funktioniert das Experiment ganz gut. So gibt es diese Mal einen der jüngsten Versuche: mit Vollkornmehl und Kürbismus im Teig werden die Spätzle ganz schön kernig.

Dazu gibt es dann noch das Pilzgeschnetzelte, das nun wirklich die perfekte Ergänzung zu den Spätzle ist. Ihr könnt das natürlich auch gerne vegetarisch zubereiten, nehmt dann einfach ein paar mehr Pilze und lasst das Hähnchenfleisch weg und ersetzt den Hühnerfond durch Gemüsebrühe.

Zutaten für 4-6 Personen:

Für die Kürbisspätzle:

  • 350 g Mehl
  • 250 g Dinkel-Vollkornmehl
  • 2 1/2 TL Salz
  • 1/2 TL Muskat
  • 5 Eier
  • 600 g Kürbispüree
  • 2-3 EL Butter

Für das Hähnchen-Pilzgeschnetzelte:

  • 1 große Zwiebel
  • 1 EL Butter
  • 1 EL Olivenöl
  • 6 ausgelöste Hähnchenschenkel, in 2×2 cm große Würfel geschnitten
  • 600 g Portobellopilze oder Champignons, in Scheiben geschnitten
  • 1 Schuss Noilly Prat (etwa 75 ml)
  • 500 ml Hühnerfond
  • Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 200 ml Sahne
  • 2 TL Maisstärke zum Abbinden

Zubereitungszeit: ca. 30 Minuten

Zubereitung:

Die trockenen Zutaten in eine Rührschüssel geben und vermischen. Die Eier zugeben, etwas verrühren und dann nach und nach das Kürbispüree dazugeben. Je nachdem, wie feucht das Püree ist kann es sein, dass etwas mehr oder weniger Kürbispüree benötigt wird.

Den Spätzleteig nur kurz verrühren. Parallel einen großen Topf Salzwasser aufsetzen. Die Spätzle mit der Spätzlereibe oder -presse in das siedende Salzwasser geben, dabei in Chargen arbeiten. Wenn sie an der Oberfläche schwimmen, mit dem Schaumlöffel abschöpfen und in eine Auflaufform geben. Mit Butterflocken belegen und warm halten.

Währenddessen die Zwiebel halbieren und in Streifen schneiden. In einer großen Pfanne Butter und Olivenöl erhitzen und die Zwiebel darin goldgelb anbraten. Die zerkleinerten Pilze dazugeben, leicht salzen und braten, bis die Flüssigkeit verdampft ist. Mit Noilly Prat und Hühnerfond ablöschen, noch 5 Minuten köcheln lassen, dann abschmecken.

Sahne und Maisstärke verquirlen und ins Geschnetzelte rühren. Aufkochen lassen, etwa eine Minuten kochen lassen und servieren.

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Kokosmilchsuppe mit Süßkartoffeln und Reisnudeln [vegan]

Mittlerweile macht das Wetter so richtig Lust auf eine wärmende Suppe. Heute gibt es wieder eine Variante mit einem thailändischen Einschlag, da hatte ich euch ja zum Beispiel schon eine Tom Kha Gai – Kokosmilchsuppe mit Huhn und eine Tom Yum Goong – sauer-scharfe Suppe mit Garnelen vorgestellt. Dieses Mal gibt es eine vegane Variante mit Reisnudeln und Süßkartoffeln, die ebenfalls sehr lecker ist. Falls das für euch nicht wichtig ist, empfehle ich euch, statt der Sojasauce Fischsauce zu verwenden, das macht den Geschmack noch etwas authentischer.

 

Was mich besonders freut: auf dem Augsburger Stadtmarkt habe ich bei der Gemüsehändlerin meines Vertrauens Süßkartoffeln aus regionalem Anbau bekommen. Die werden ja sonst leider oft tausende Kilometer weit durch die Gegend geschippert, was mir in der Vergangenheit oft die Lust darauf vermiest hat. Aber so sind wir wieder Freunde geworden und ich mag Süßkartoffeln wirklich sehr gerne.

Zutaten für 4-6 Personen:

  • 800 ml Kokosmilch
  • 4 EL Sojasauce (wenn es nicht vegetarisch sein muss: Fischsauce)
  • 4 Kaffirlimettenblätter
  • 1 Stange Zitronengras, grob in Stücke geschnitten
  • 5 cm Ingwer, in Scheiben geschnitten
  • 2 Knoblauchzehen, fein gehackt
  • je 1 gelbe und rote Paprika, grob gewürfelt
  • 1 große Süßkartoffel, grob gewürfelt
  • 2 Frühlingszwiebeln, in Ringe geschnitten
  • 100 g Reisnudeln
  • 1 EL Sriracha
  • 2 Stiele Thai-Basilikum
  • frischer Koriander

Zubereitungszeit: ca. 10 Minuten
Kochzeit: ca. 15 Minuten

Zubereitung:

Kokosmilch und Sojasauce/Fischsauce in einen großen Topf geben. Die Kaffirlimettenblätter von ihren harten Mittelstegen befreien, leicht andrücken (hierdurch werden die ätherischen Öle noch besser freigesetzt) und zusammen mit dem Zitronengras und dem Ingwer zur Kokosmilch geben. Alles zusammen aufkochen.

Schließlich die restlichen Zutaten (bis auf Thai-Basilikum und Koriander) dazugeben und etwa 10 Minuten köcheln lassen, bis die Süßkartoffeln weich sind. Suppe abschmecken und gegebenenfalls nachwürzen. Zum Schluss die frischen Kräuter noch in die Suppe geben oder darüberstreuen, aber nicht mehr kochen. Sofort servieren.

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Wild West Rice mit Cranberries und Kürbis á la Jamie Oliver

Habt ihr schon mal eine Beilage gegessen, die dem Hauptgericht die Show gestohlen hat? Mir ging es vor ein paar Jahren so, als ich den „Wild West Rice“ von Jamie Oliver zum ersten Mal zubereitet habe. Der schmeckt nämlich einfach grandios, aromatisch, rund und lecker, dass es überhaupt nichts „dazu“ braucht. Die Cranberries und die frische Zitrone verleihen dem Reis ein spritzige Säure, der Zimt rundet das Gericht ab und macht es zu einem absolut wohlig schmeckenden Auflauf.

 

Als ich das Rezept das letzte Mal zubereitet habe, habe ich statt Wildreis schwarzen Reis verwendet, der den Rest des Gerichts komplett eingefärbt hat. Wenn ihr bei der angegebenen Variante bleibt, habt ihr gute Chancen, dass das Gericht schön gesprenkelt schwarz-weiß-orange daherkommt.

Für ca. 4 Personen:

  • Olivenöl
  • 1 Zwiebel, in Streifen geschnitten
  • 4 Knoblauchzehen, geschält und fein gehackt
  • 125 g wilder schwarzer oder roter Reis
  • Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 1 Bund Dill
  • 750 ml Gemüse- oder Geflügelbrühe
  • ca. 500 g Kürbisspalten (am besten Butternut oder Hokkaido)
  • 1 Prise gemahlener Zimt
  • 1 rote Chili, fein gehackt
  • 125 g Basmatireis
  • 100 g getrocknete Cranberrys
  • abgeriebene Schale und Saft von 1 unbehandelten Zitrone

Zubereitungszeit: etwa 15 Minuten
Kochzeit: 15 Minuten
Backzeit: 45-55 Minuten

Zubereitung:

Den Ofen auf 180 °C vorheizen. Eine Pfanne erhitzen, einen Schuss Olivenöl, die Zwiebeln, den Knoblauch und den Wildreis hineingeben und großzügig mit Salz und Pfeffer würzen. Alles etwa 10 Minuten anbraten, bis die Zwiebeln weich sind und der Reis ein nussiges Aroma verströmt. Vom Dill die Spitzen abzupfen und beiseitelegen. Die Stiele ganz fein hacken und zum Reis geben. Die Geflügel- oder Gemüsebrühe zugießen, zum Kochen bringen und zugedeckt etwa 10 Minuten garen.

Den Kürbis in 2 cm breite Spalten schneiden und in einer großen Schüssel mit einem kräftigen Schuss Olivenöl, einer großen Prise Zimt, der gehackten Chili und den Dillspitzen vermengen, großzügig mit Salz und Pfeffer würzen.  Den Wildreis in eine Auflaufform umfüllen und mit dem Basmatireis, den Cranberrys sowie der Schale und dem Saft der Zitrone vermischen. Die Kürbisspalten behutsam in den Reis drücken.

Die Form mit Alufolie abdecken und im Ofen 45 Minuten backen. Reis und Kürbis sollten anschließend goldgelb und weich sein. Dann die Grillfunktion des Ofens einschalten und nochmal ein paar Minuten übergrillen, so dass die Kanten des Kürbis leicht bräunen. Sofort servieren.

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Resteverwertung mit Truthahn: Sandwich mit Käse und Chutney

Das amerikanische Thanksgiving steht zwar erst vor der Tür, aber es schadet ja nicht, bereits jetzt ein paar Ideen zu haben, was mit den Resten des Truthahns alles leckeres gezaubert werden kann. Seit ein paar Jahren ist bei uns dieses Sandwich der absolute Favorit. Er ist schnell zubereitet und verwendet nicht nur die Fleischreste, sondern auch Chutney und im Idealfall noch die tollen karamellisierten roten Zwiebeln (es dürfen aber auch gerne die geschmorten sein).

 

Auch das Baguette gab es dann schon zu den Dips, die dem Truthahn vorauseilen, so dass es am nächsten oder übernächsten Tag schon etwas altbacken ist und sich daher prima im Kontaktgrill aufknuspern lässt. Generell bin ich ja auch Fan von Restverwertung (gerne auch in einer neuen Darreichungsform, damit es nicht langweilig wird), von so einem tollen Festessen sollte nichts weggeworfen werden.

Zutaten pro Person:

Zubereitungszeit: 1 Minute

Zubereitung:
Baguette halbieren und auf einer Seite mit Käse belegen, die andere Seite mit Chutney bestreichen. Die zerrupften Truthahnreste verteilen, dann zusammenklappen und im Kontaktgrill einige Minuten grillen, bis der Käse zerlaufen ist. Wenn kein Kontaktgrill vorhanden ist, kann alternativ auf eine Pfanne zurückgegriffen werden. In diesem Fall beschwert man am besten den Sandwich, so dass er gut aufliegt und brät ihn von beiden Seiten ein paar Minuten an, bis der Käse geschmolzen ist.

Dann sofort servieren und genießen!

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Schweinemarmelade – Bacon Jam – Speckmarmelade

Das Rezept von heute ist nur mit zwei Worten zusammenzufassen: leider geil. Es ist irgendwie dekadent, ein bisschen übertrieben, aber auch schweinelecker. Im wahrsten Sinne des Wortes sogar, denn der Hauptbestandteil ist Bacon oder leicht geräucherter Schweinespeck. Der wird fein gewürfelt, angebraten und mit Ahornsirup und Gewürzen verfeinert, so dass man am Schluss eine salzig-süß-würzige Masse hat, mit mürben Speckwürfeln. Es ist so un-glaub-lich lecker, ihr müsst das unbedingt ausprobieren.

 

Man kann diesen tollen Bacon Jam ganz hervorragend zum Dippen für eine kleine Party vorbereiten. Oder auch für eine größere. Er schmeckt so reichhaltig, dass man eher nicht geneigt ist, sich eine große Scheibe Brot nur damit zu beschmieren, aber kleine Häppchen sind dafür einfach perfekt. Auf Baguette oder Crackern serviert ist der Bacon Jam ein wahrer Hochgenuss – natürlich ohne Butter darunter. Vor allem die Herren der Schöpfung scharen sich dann gerne um das Behältnis und sind gar nicht mehr davon wegzubekommen.

„Schweinemarmelade“ ist übrigens ein Begriff, der bei einer sehr netten Zusammenkunft sehr netter Menschen entstanden ist. Bacon Jam war irgendwie nicht so gut für die Beschreibung und so haben wir kurzerhand umgetauft. Für meine Version habe ich zwei Rezepte von moey’s kitchen und Kleiner Kuriositätenladen miteinander verknüpft.

 

Zutaten für ein mittleres Glas (ca. 350 ml):

  • 300 g Bacon, fein gewürfelt
  • 1 Zwiebel, fein gewürfelt
  • 2 confierte Knoblauchzehen (alternativ auch „ganz normale“ Knoblauchzehen), fein gehackt
  • 75 g brauner Zucker
  • 50 ml Ahornsirup
  • 1 Tasse Espresso oder 1/2 TL Kaffeegranulat
  • 1 EL Balsamico
  • 1 guter Schuss Whiskey
  • 1 Prise Chilipulver (ich habe Chipotle verwendet)

Zubereitungszeit: ca. 45 Minuten

Zubereitung:

Den Speck in einem Topf oder einer Pfanne bei niedriger bis mittlerer Temperatur goldbraun auslassen (das dauert schon 15 bis 20 Minuten). Falls der Speck Flüssigkeit verliert, sollte diese auf alle Fälle erst komplett verkochen, der Bratvorgang beginnt erst dann. Je nachdem, wie viel Fett beim Auslassen übrig bleibt, kann man davon gerne etwas abgießen.

Die Zwiebel und den Knoblauch zusammen mit dem ausgelassenen Speck anbraten, bis sie leicht Farbe genommen haben. Dann alle restlichen Zutaten dazugeben und alles nochmal ca. 15-20 Minuten einkochen lassen. Noch heiß in ein Glas mit Schraubverschluss abfüllen und fest verschließen. Im Kühlschrank lagern und vor dem Servieren leicht erwärmen.

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Kürbisquiche

Die Kürbiszeit ist immer noch in vollem Gange und ich habe auch noch ein paar leckere in petto für euch. Heute gibt es Quiche. Für mich ein perfektes Essen, das man einmal zubereitet und dann öfter davon essen kann – egal ob zum Abendessen oder zum Mittagessen im Büro. Dazu ein knackiger Salat und das Glück kennt keine Grenzen.

 

Beim Kürbis habe ich einfach festgestellt, dass die Kombination mit Honig und Thymian wirklich sehr gut schmeckt, deshalb habe ich da jetzt auch schon mehrere Rezepte vorgestellt. Ihr könnt ihn natürlich auch beliebig anders würzen, wenn euch das lieber ist. Salbei ist bestimmt auch hervorragend und ich könnte mir sogar vorstellen, dass eine Variante von dem Kürbis mit Salbei, Amaretto und Cantuccinikruste sich gut in der Quiche machen würde.

Natürlich ist eine Quiche nicht im Handumdrehen zubereitet, aber um den Aufwand in Grenzen zu halten, mache ich immer gleich zwei, sie passen nämlich zusammen in den Ofen.

 

Zutaten für eine Quiche (Durchmesser 26 cm):

Für den Mürbteig:

  • 200 g Mehl (Type 550)
  • 90 g Butter
  • 1 Ei
  • etwas eiskaltes Wasser
  • nochmal 1 Ei (eigentlich weniger) extra zum Bestreichen des blindgebackenen Teigs (man kann auch einfach ein kleines bisschen von dem oben aufgeführten Ei abzweigen)

Für die Kürbis-Thymian-Füllung:

  • 1 kleiner Hokkaidokürbis
  • 2 EL Honig
  • 1 EL Thymian
  • 1 Schuss Olivenöl
  • Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Für den Eierguss:

  • 3 Eier
  • 100 ml Sahne
  • 100 g saure Sahne
  • 200 ml Milch
  • Salz und Pfeffer

Zubereitungszeit: insgesamt 25 Minuten
Kühlzeit: mindestens 1,5 Stunden
Backzeit: zwei Mal ca. 30 Minuten

Zubereitung:

1. Mürbteig:
Mehl in eine Schüssel sieben, die kalte Butter in kleinen Würfeln dazugeben, dann das verquirlte Ei. Mit den Fingerspitzen oder mit dem Handrührgerät / der Küchenmaschine verkneten, so dass die Butter leicht krümelig wird. Genau soviel Wasser dazugeben, dass der Teig zusammenkommt, aber nicht klebrig ist. Sehr kurz kneten, dann in Frischhaltefolie einwickeln und im Kühlschrank mind. 1 Stunde ruhen lassen. Dann den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche kreisförmig ausrollen und eine Quicheform damit auslegen. Mit einer Gabel den Boden mehrfach einstechen, dann die Form erneut für mind. 1/2 Stunde kühlstellen.

2. Kürbisfüllung:
Ofen auf 200°C vorheizen. Den Kürbis gründlich waschen, halbieren und von seinen Kernen befreien. Dann in ca. 1 cm große Würfel schneiden. Mit den restlichen Zutaten mischen und in eine flache Auflaufform geben. Im Ofen ca. 30 Minuten backen, die Ränder sollten leicht bräunlich werden. Abkühlen lassen.

3. Eiermilch:
Eier aufschlagen und verquirlen, dann Sahne, saure Sahne und Milch zugießen. Mit Salz und Pfeffer würzen.

Nachdem der Teig ausreichend gekühlt wurde, den Ofen auf 160°C herunterregeln. Ein Stück Backpapier auf den Teig legen und mit Backkugeln / Hülsenfrüchten befüllen, so dass der Teig beim Backen in Form bleibt. 30 Minuten blind backen, dann mit etwas verquirltem Ei bestreichen und nochmal ca. 3 Minuten backen. Dann die Kürbisfüllung auf dem Boden verteilen und mit der Eiermilch aufgießen. Die Form vorsichtig (!) zurück in den Ofen schieben und für etwa 30 Minuten fertigbacken.

Auskühlen lassen oder noch warm genießen.

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